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Georgiens Propagandaschlacht nach US-Rezept

18:22 | 13/ 08/ 2008

MOSKAU, 13. August (Wladimir Nowossadjuk, RIA Novosti). Die Informationsschlacht im Südossetien-Krieg belegt, dass sich Georgien mit den USA im Voraus auf Propagandakämpfe vorbereitet hatte.

Anfänglich war Tiflis nach Ansicht vieler moldawischer Fernsehzuschauer im Vorteil, die in diesem Fall außenstehende Beobachter waren. Die rumänischen Fernsehkanäle wie auch die westlichen TV-Sender boten dem Zuschauer hauptsächlich die Sicht einer Feindesseite auf die Ereignisse an. Eine Sicht, die durch ihren US-Freund "bereichert" und redigiert worden war.

Leider reagierten die meisten russischen TV-Sender zunächst träge. Nur die staatliche Mediengesellschaft WGTRK versuchte, die Entwicklung im Kaukasus widerzuspiegeln, doch am ersten Tag fehlte es ihr an Bildern. Bilder in der Wiederholungsschleife aber befremdeten den Zuschauer und dachten wohl an eine Hilflosigkeit des Kreml.

Am zweiten Tag verstand es der Fernsehkanal "Rossija", das Programm auf das für Russland wichtigste Thema umzubauen - den georgisch-russischen Konflikt. Ob die Fernsehleute selbst auf den Gedanken kamen oder die Idee von außen kam, auf jeden Fall verliehen die neue Gestaltungsform, in der die Nachrichten aus Südossetien gezeigt wurden, und die musikalische Begleitung den notwendigen emotionalen Hintergrund.

Am wichtigsten aber war der Informationsreichtum dieser Sendungen, die in ihrer Intensität die westlichen Nachrichten übertrafen. Dennoch nutzten die Propagandisten der Gegenseite ihre "Vorarbeiten" weiter.

Es gibt wahrscheinlich gegenteilige Meinungen, aber ich bin sicher: Zu solchen "Vorarbeiten" können ohne weiteres die Aktivitäten gezählt werden, die Saakaschwili und sein westliches Expertenteam um Olympia in Peking entfalteten. Zuerst kam die Erklärung des georgischen Präsidenten über den möglichen Boykott durch Georgiens Athleten, dann deren Erklärung über die Bereitschaft, in die Heimat zurückzukehren, um sie zu verteidigen. Dann bat Saakaschwili die Sportler, doch zu bleiben, um mit einem Happy-End abzuschließen. Aber Zeit ist noch da, und mit Sicherheit haben Saakaschwili und seine Berater noch viele solcher "Überraschungen" parat.

Was beweist das? Vor allem davon, dass der Marsch nach Südossetien aufs Genaueste durchdacht war. Nicht nur in militärischer Hinsicht, sondern auch in Bezug auf all seine möglichen Erscheinungen und Reaktionen.

Es war eine zynisch vorbereitete Operation, in der selbst die Eröffnung der Olympischen Spiele ausgenutzt wurde.

Ja, man muss es den Amerikanern lassen, sie haben bei der Führung von Kampfhandlungen, besonders im Irak, Erfahrungen gesammelt und sie ihren georgischen Kollegen übermittelt.

Wie steht es jedoch um die Erfahrungen bei den Ergebnissen solcher Operationen? In Bagdad sind sie für die USA gar nicht erfreulich. Auch die Tragödie im Kosovo spricht für sich selbst. Die Inspiratoren von provozierten Kriegen nehmen keineswegs die Interessen der Krieg führenden Seiten wahr. Es geht ihnen um die eigenen Interessen. Aber aus irgendeinem Grund vergessen sie, dass solche Kriege immer einen potentiell negativen Gegeneffekt in sich bergen, der sich gegen die Urheber richtet.

Während vernünftige und zivilisierte Politiker für die Krisengebiete auf unserer Erde nach diplomatischen Lösungen suchen, hat Georgien einen anderen Weg vorgezogen: Ich kam, ich sah, ich vernichtete. Etwa nach dem Motto: Schlagen wir zu, und dann wird man sehen...

Ist es denn möglich, dass die Geschichte niemals und niemanden etwas lehrt?

Zum Verfasser: Wladimir Nowossadjuk ist Leiter der RIA-Novosti-Vertretung in Moldawien.

Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.


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