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Israel und Iran zum Krieg bereit

18:23 | 22/ 04/ 2009

MOSKAU, 22. April (Pjotr Gontscharow für RIA Novosti). Am Tag vor Mahmud Ahmadinedschads Rede in Genf berichtete die britische „Times“, dass Israel zu einem Luftangriff auf Iran bereit sei.

Der iranische Präsident bezeichnete Israel bei der UN-Antirassismus-Konferenz in Genf als grausamstes und „völlig rassistisches“ Regime und sorgte damit für einen internationalen Eklat.

Die „Times“ hatte am Tag davor geschrieben, dass die israelischen Kampfpiloten bereit seien, jederzeit Atomobjekte in Iran zu bombardieren. Auch israelische Nachrichtenportale meldeten, dass Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sich in der vergangenen Woche dreimal mit dem Verteidigungsminister, dem Generalstabschef und anderen hochrangigen israelischen Militärs getroffen habe.

Ministerpräsident Netanjahu habe als Oberbefehlshaber einen detaillierten Bericht über die Vorbereitung eines Angriffs gegen iranische Militärobjekte erhalten. Dabei sei er „freudig überrascht“ gewesen, wie weit die Vorbereitung fortgeschritten sei.

Wie glaubwürdig sind diese Meldungen? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Israel das „iranische Nuklearprogramm“ demnächst dem Erdboden gleichmacht?

Israel hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass es die Iraner daran hindern wird, Atomtechnologien zu besitzen, mit der sie eine Atombombe bauen können. Das ist einfach leicht zu begreifen, denn Iran begleitet die Entwicklung seiner Atomtechnologien durch die ständigen Erklärungen, dass Israel kein Recht auf seine Existenz habe.

Israel hat in Bezug auf das iranische Nuklearprogramm immer eine „rote Linie“ verfolgt, bei deren Überschreitung Iran zur direkten Gefahr für Israel als Staat wird. Nach Einschätzungen israelischer und europäischer Experten ist das nicht nur eine technologische, sondern auch eine zeitliche Grenze. Am häufigsten wird das Jahr 2010 als Zeitpunkt genannt.

Deswegen kann es in den Medienberichten um eine planmäßige Prüfung des neuen israelischen Ministerpräsidenten gehen, ob das Verteidigungssystem des Landes zur Abwehr der größten Bedrohung bereit sei.

Auch die Tatsache, dass die USA und Israel in diesem Jahr Raketenabwehrübungen unter dem Codenamen „Juniper Cobra“ durchführen sollen, spricht für ein solches Szenario. Die israelischen Luftabwehrkräfte und die U.S. Missile Defense Agency (MDA) führen seit fünf Jahren solche Übungen durch.

Doch in diesem Jahr stehen den Verbündeten die seither kompliziertesten und längsten Übungen bevor. Das spricht vermutlich auch dafür, dass die USA und Israel sich ernsthaft auf das Jahr 2010 vorbereiten, wenn auch nur in Bezug auf die Verteidigung.

Kann ein militärisches Szenario vermieden werden? Was Israel betrifft, so darf der Staat nach seiner eigenen Meinung keine Niederlage zulassen. Der kleinste Rückzug von den eigenen Positionen wird so gut wie dem Untergang des Staats gleichgesetzt.

Iran macht unterdessen keinen Hehl aus seinen Ambitionen, zur Regionalmacht aufzusteigen. Wenn Teheran beweisen kann, dass Israel als Staat nichts taugt, ist sein Ziel so gut wie erreicht. Warum sollte der Feind nicht dazu verleitet werden, eine militärische Operation mit unbekannten Folgen zu beginnen.

Gegenwärtig tut Teheran alles, damit die israelischen Luftstreitkräfte zu einem Schlag gegen das iranische Nuklearprogramm ausholen. Mit beneidenswerter Konsequenz meldet Iran Erfolge genau in den Bereichen, die die Welt am friedlichen Charakter des Nuklearprogramms zweifeln lassen, nämlich bei der Atomkraft und Raketentechnik.

Dank Teherans konsequentem Kurs weichen die Zweifel, dass Iran eine eigene Atombombe bauen wird. Die Weltöffentlichkeit ist vielmehr sicher, dass Iran das tun wird oder zumindest dass er sich um nichts anderes bemüht. Beispielsweise hat Ahmadinedschad vor kurzem gesagt, dass die Unmoral der Atommächte Iran dazu zwinge, Atomtechnologien zu entwickeln. In diese Logik passen „ausschließlich friedliche Zwecke“ nicht mehr hinein.

Bei der Konfrontation zwischen Iran und Israel gibt es bereits einen Verlierer. Der heißt bei jedem Szenario Russland.

Sollte es beispielsweise heute zu einem bewaffneten Konflikt kommen, werden auf Russland von allen Seiten Ansprüche herunterhageln. Die EU und die USA werden Russland vorwerfen, dass es Iran nicht zum Verzicht auf die Urananreicherung überreden konnte. Israel wird Russland übel nehmen, dass die iranische Armee mit russischen Waffen ausgerüstet ist und Iran wird beanstanden, dass Russland keine S-300-Raketensysteme geliefert hat.

Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der der RIA Novosti übereinstimmen.


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