Wirtschaft
"Bisnes": IBM eröffnet Labor in Moskau
Die Eröffnung eigener Entwicklungszentren durch westliche Großunternehmen ist ein echter Trend im heutigen Russland. Vor kurzem kündigte Google die Eröffnung eines Software-Entwicklungszentrums an. Siemens, Dell, Intel, Motorola und HP haben bereits seit einigen Jahren ihre eigenen Labors in Russland. Experten führen diesen Boom sowohl auf das hohe Niveau der russischen Fachleute als auch darauf zurück, dass Arbeitskräfte in Russland preiswert sind.
Laut Jennifer Trelevic, Leiterin des IPM-Labors, wird die Arbeit des Labors in erster Linie mit Hardware und weniger mit der Software-Entwicklung verbunden sein. Bis Ende 2008 will IBM die Zahl der Laborangestellten von 40 auf 200 erhöhen.
Geplant ist eine Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren Russlands, der USA und Deutschlands im Interesse einer gemeinsamen Entwicklung und Erprobung von Systemen IBM BladeCenter der neuen Generation. Heute hat IBM zwei ähnliche Labors in den USA und ein weiteres in Deutschland.
Marktexperten bewerten die Eröffnung des IBM-Labors in Russland als gesetzmäßig. "IBM ist bereits seit langem auf unserem Markt aktiv", stellt Anatoli Gawerdowski, Präsident der Gesellschaft Vested Development, Inc (VDI), fest. "Für Großunternehmen, die in Russland viel verkaufen, gehört die Eröffnung von Labors allmählich zum guten Ton."
Westliche Unternehmen, die zwar auf dem russischen Markt präsent sind, aber kein eigenes Forschungslabor haben, können "nicht viel punkten", meint Wladimir Dolgow, Chef der russischen Google-Vertretung. Außerdem sind die Schritte von IBM auch mit dem Streben verbunden, Entwicklungsarbeiten mit hochqualifiziertem und preiswertem Personal zu führen. Diese Meinung teilt auch Gawerdowski. Die Handlungen von IBM könnten nach seiner Meinung außerdem auch mit dem Wunsch verbunden sein, einträgliche Verträge in Russland zu bekommen.

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