Wirtschaft
Proteste in Griechenland gegen Pipeline Burgas - Alexandroupolis - "Rossijskaja Gaseta"
Wie die "Rossijskaja Gaseta" am Dienstag schreibt, wollen die Beamten Garantien dafür bekommen, das der Bau und der Betrieb der Rohrleitung den Tourismus und die Landwirtschaft der Provinz nicht gefährden werden.
Laut Gouverneur Nikolaos Zabunidis sind viele Einwohner von Alexandroupolis entschieden gegen eine Verlegung der Ölpipeline aus Angst vor einer Umweltkatastrophe. "Sollte Öl aus der Pipeline auslaufen, würde unsere Provinz Touristen verlieren", so der Gouverneur. "Niemand wird unsere Agrarprodukte kaufen. Mit anderen Worten: Alexandroupolis würde dann bankrott gehen."
Russland unternehme nichts, um die Leute von der Umweltverträglichkeit des Pipeline-Projekts Burgas - Alexandroupolis zu überzeugen, betonte Zabunidis. Die örtlichen Behörden haben von den russischen Ölunternehmen bis jetzt keine Bestätigungen für die Sicherheit der Pipeline bekommen.
Die Administration der Provinz Evros besteht darauf, dass Mitarbeiter der Ölgesellschaften in Alexandroupolis einmal Urlaub machen. Auf diese Weise würden sie "an eigenem Beispiel der Welt zeigen, dass ihr Projekt für die Touristen völlig ungefährlich ist". Zu diesem Zweck sollte eine direkte Flugverbindung zwischen Moskau und Alexandroupolis eröffnet werden.
Außerdem möchten die Griechen ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Rohstoffe für russische Abnehmer produzieren.
"Das Pipeline-Projekt an sich ist für uns nicht einträglich", betonte der Gouverneur. "Der Löwenanteil des Gewinns vom Pipeline-Betrieb wird an die Russen gehen. Griechenlands Staatskasse wird lediglich 35 Millionen Euro bekommen. Das ist eine lächerliche Summe, die für uns kaum von Bedeutung ist."
Die Behörden der Provinz haben vor allem Angst vor einem Aufstand. "Tausende von Menschen könnten auf die Straße gehen und die Verlegung der Rohrfernleitung verhindern", sagte Zabunidis. "In dem Fall würden weder wir noch die russischen Ölarbeiter sie stoppen können."
Vor zehn Jahren hatten die Behörden von Alexandroupolis ein von der griechischen Regierung und einer großen australischen Gesellschaft beschlossenes Projekt über Goldförderung in der Provinz Evros ignoriert. Die Administration der Provinz verbot die Förderung, weil sich die örtliche Bevölkerung dagegen geäußert hatte.

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