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Wirtschaft

Russland will Ölexport über Baltikum und Ukraine einstellen - „Kommersant“

12:42 25/07/2007
MOSKAU, 25. Juli (RIA Novosti). Russland wird den Export seiner Ölprodukte über die ausländischen Seehäfen einstellen. Das kündigte Russlands Verkehrsminister Igor Lewitin in Riga an, berichtet die Tageszeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

Wie die Branchenexperten betonen, ist Russland heute nicht in der Lage, die gesamte Exportmenge der Ölprodukte über die eigenen Hochseehäfen auszuführen. Außerdem werden die russischen Häfen ihre Attraktivität, die durch Präferenzen bei den Tarifen gewährleistet wird, bald im Zusammenhang mit dem geplanten WTO-Beitritt einbüßen.

2006 hat Russland 84,044 Millionen Tonnen Ölprodukte über die Seehäfen ausgeführt. 26,141 Millionen Tonnen bzw. 31 Prozent des gesamten Umfangs entfielen dabei auf Häfen der Nachbarstaaten. 23,796 Millionen Tonnen macht der Anteil der baltischen Häfen aus, der Rest entfällt auf Häfen der Ukraine und Georgiens.

Am stärksten wird Estland von der geplanten Aktion betroffen sein, über das im vergangenen Jahr 21,233 Millionen Tonnen Ölprodukte exportiert wurden. Die Gesamtverluste der Nachbarstaaten, die sich aus der Einstellung der russischen Transporte von Ölprodukten ergeben würden, dürften mehr als 200 Millionen Dollar im Jahr betragen.

Allerdings verfügt Russland gegenwärtig über keine Möglichkeiten, diese zusätzliche Menge an Ölprodukten anders zu verfrachten. Nach der Schließung der Pipeline zur lettischen Stadt Ventspils 2003 und dem Beginn der Reparaturarbeiten an der Pipeline Druschba, die bis zur litauischen Stadt Buting führt, werden das gesamte Öl und alle Ölprodukte per Eisenbahn zu den Häfen gebracht. „Heute reichen Russland weder die Eisenbahn- noch die Hafeninfrastrukturen an der Ostsee aus, um die Exportströme von den estnischen Häfen auf russische umzustellen“, äußerte Anna Panowko, Leiterin für Projekte der Forschungsgruppe Petromarket. Michail Perfilow, Direktor für Geschäftsentwicklung der Preisagentur Argus, verweist darauf, dass gerade der Mangel an Kapazitäten und die „Besonderheiten der Geschäftspolitik“ der Terminale der russischen Häfen die Frachtbesitzer dazu zwingen, die Häfen der baltischen Länder und der Ukraine vorzuziehen. Alexej Besborodow, Chef des Unternehmens Infranews, bewertete die Erklärung des Verkehrsministers als „gelinde gesagt, kurzsichtig“.

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