Wirtschaft
Russland bereit zu direkten Lieferungen von Atombrennstäben nach Westeuropa
Das erklärte der Chef der russischen Atombehörde Rosatom, Sergej Kirijenko, am Freitag in der Stadt Elektrostal bei Moskau. Gegenwärtig gelangen russische Brennelemente an Kunden in Westeuropa über den französischen Atomkonzern Areva.
"Russland stellt Atombrennstäbe von hoher Qualität her, die nicht selten besser sind als westliche Fabrikate. Wir liefern unsere Brennelemente an die Ukraine und an Länder in Osteuropa. Westeuropa besteht darauf, dass dabei ihr Standard eingehalten wird. Wir möchten direkt mit westlichen Stromunternehmen arbeiten", sagte Kirijenko. Er begleitete den russischen Ministerpräsidenten Viktor Subkow bei einer Besichtigung im Maschinenbaubetrieb Elektrostal, der zum Brennstabproduzenten TWEL gehört.
Russland solle auch ein Regierungsabkommen über die friedliche Nutzung von Atomenergie mit Japan vervollkommnen, damit russische Brennelemente auch nach Japan geliefert werden könnten. Kirijenko erinnerte ferner daran, dass Russland bis zum Jahr 2020 26 neue Atomreaktoren bauen will, während zur Sowjetzeit insgesamt nur 31 Reaktoranlagen fertiggestellt wurden. Er lobte Atomkraftwerke als eines der umweltfreundlichsten Mittel zur Stromerzeugung.
Zur Gründung der vertikal-integrierten Holding Atomenergoprom sagte Kirijenko, dass internationale Atomunternehmen ihre Anstrengungen unter dem Dach großer Holdinggesellschaften bündeln. "Bis zur Gründung von Atomenergoprom gab es in Russland etwa vier Dutzend verschiedene Atomunternehmen." Ohne diese Großholding werde Russland den Konkurrenzkampf gegen westliche Unternehemen verlieren.
TWEL-Präsident Juri Olenin machte Subkow mit der gesamten Kette von Förderung von Spaltmaterial, Herstellung und Lieferung von Atombrennstoff vertraut. "Ein Gramm unseres Atombrennstoffes ist der freigesetzten Energie nach mit einigen dutzend Tonnen Kohle gleichzusetzen", sagte Olenin.
TWEL-Direktor Oleg Krjukow informierte den Ministerpräsidenten über die Geschichte des Unternehmens. Subkow interessierte sich ferner für ein Projekt schwimmender Atomkraftwerke. Der Regierungschef gratulierte knapp 400 000 Mitarbeitern der Atombranche und Mitgliedern ihrer Familien zum Tag des Mitarbeiters der Atomindustrie, der in Russland am 28. September begangen wird.

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