RIA Novosti

Russland künftig als Lufthändler? - „Wedomosti“

14:07 22/11/2007

MOSKAU, 22. November (RIA Novosti). Russland kann künftig ohne Öl und Gas und ohne High-Tech-Industrie zur größten Wirtschaft der Welt werden. Dazu soll ihm frische Luft verhelfen.

Der Chef des Umweltausschusses, Wladimir Gratschow, unterbreitete der Staatsduma (Unterhaus des russischen Parlaments) einen Gesetzentwurf, der die Einführung des Eigentumsrechtes auf die Luft wie auch auf Boden, Wasser, Flora und Fauna vorsieht, schreibt am Donnerstag die russische Tageszeitung „Wedomosti“. Einen Quadratkilometer sauberer Umwelt schätzt der Abgeordnete auf eine Milliarde Rubel (knapp 28 Millionen Euro). Er schlägt zudem vor, die Umwelt jährlich zu bewerten und die Summe dem Bruttoinlandsprodukt zuzurechnen.

Ein durchaus verlockender Vorschlag: Laut Umweltschützern ist die Hälfte des russischen Territoriums, also rund 8,5 Millionen Quadratkilometer, von Umweltbelastung frei. Das Naturkapital lässt sich auf 236 Billionen Euro oder 344 Billionen US-Dollar schätzen, was 300-mal so viel wie das russische BIP 2006 und 26-mal so viel wie das US-amerikanische BIP ist.

Aber wie kann man die Erdatmosphäre abgrenzen, Steuern berechnen und die Verantwortung für "atmosphärische Störungen" festlegen? Man kann sich leicht vorstellen, dass die Gerichte mit Klagen wegen Eigentums auf Regen überzogen werden.

Die Naturschätze sind Teil des Reichtums der Nation und es wäre nicht korrekt, sie dem BIP zuzurechnen. Was die Beurteilung des Umweltschadens angeht (das ist eben das Hauptziel des Gesetzentwurfes), so werden entsprechende Methoden bereits jetzt angewandt.

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