Wirtschaft
Russland liefert weitere Kernbrennstäbe an Iran
Wie Unternehmenssprecherin Irina Jessipowa RIA Novosti mitteilte, war das bereits die sechste Lieferung. Der Sprecherin zufolge plant Atomstroyexport noch mindestens zwei Brennstoff-Lieferungen für das irakische Atomkraftwerk.
Russland muss insgesamt 82 Tonnen Kernbrennelemente an Iran liefern. Die Lieferungen wurden am 16. Dezember aufgenommen und erfolgen entsprechend einem russisch-iranischen Regierungsabkommen und unter Kontrolle der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO).
Iran steht wegen seinem Atomprogramm unter starkem Druck. Die Vereinten Nationen befürchten, dass der Nahoststaat heimlich an Atomwaffen baut, und fordern von ihm den Verzicht auf die Urananreicherung. Der Weltsicherheitsrat verabschiedete bereits zwei Resolutionen, die Sanktionen gegen Iran beinhalteten. Trotzdem weigert sich die Regierung in Teheran beharrlich, die Urananreicherung einzustellen. Als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages habe Iran das Recht auf Urananreicherung zu friedlichen Zwecken, begründet Teheran seine ablehnende Haltung.
Die IAEO hat Ende vergangenen Jahres Fortschritte bei der Kooperation mit Iran zur Klärung der strittigen Fragen des Atomprogramms gemeldet. IAEO-Chef Mohammed ElBaradei sagte im November, dass die Inspektoren in Iran keine abweichende Nutzung von Atommaterial festgestellt hätten. Nach Angaben der US-Geheimdienste soll das iranische Militär bis Herbst 2003 an Atomwaffen gebaut haben. Danach sei das iranische Atomwaffenprogramm gestoppt worden. Teheran behauptet, niemals an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet zu haben.
Die fünf Vetomächte des Weltsicherheitsrats (Russland, USA, Großbritannien, Frankreich und China) und Deutschland hatten am vergangenen Dienstag den Entwurf einer neuen Resolution zum iranischen Atomprogramm vereinbart, die nach Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow Iran unter weiteren Druck setzen soll, jedoch keine harten Sanktionen vorsieht.
Der Generaldirektor der russischen Atomenergiebehörde Rosatom, Sergej Kirijenko, teilte vorige Woche mit, dass die Lieferungen im Februar abgeschlossen würden. Der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki kündigte seinerseits an, dass das AKW Bushehr bereits im kommenden Sommer 50 Prozent seiner Leistung erreichen soll.

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