Wirtschaft
Iran will zweites AKW in Eigenregie bauen
Das teilte der Vizechef der iranischen Atomenergiebehörde, Ahmad Fayazbakhsh, am Mittwoch mit. Nach seinen Worten wird Iran selbständig Kernbrennstäbe für das neue AKW aus angereichertem Uran produzieren. Der Bau des AKW in Khuzestan werde von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) kontrolliert und entspreche allen Sicherheitsnormen.
Anfang 2005 hatte das iranische Parlament ein Gesetz verabschiedet, wonach landesweit neue Atomkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 20 000 Megawatt entstehen sollen. Im Dezember 2005 beschloss die iranische Regierung den Bau des AKW in Khuzestan. Der russische Atomkraftwerkbauer Atomstroyexport baut derweil nahe der Stadt Bushehr (Südiran) an einem Atomkraftwerk, das der Mullah-Staat bereits im Herbst in Betrieb nehmen will.
Iran steht wegen seines Atomprogramms unter starkem Druck. Die Vereinten Nationen befürchten, dass der Nahoststaat heimlich an Atomwaffen baut, und fordern von ihm die Einstellung der Urananreicherung. Der Weltsicherheitsrat verabschiedete bereits zwei Resolutionen, die Sanktionen gegen Iran beinhalteten. Trotzdem weigert sich die Regierung in Teheran beharrlich, die Urananreicherung zu stoppen. Als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrags habe Iran das Recht auf Urananreicherung zu friedlichen Zwecken, begründet Teheran seine ablehnende Haltung.
Die fünf UN-Vetomächte (Russland, USA, Großbritannien, Frankreich und China) plus Deutschland hatten vorige Woche den Entwurf einer neuen Resolution gegen Iran vereinbart, die nach Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow weiteren Druck, jedoch keine harten Sanktionen vorsieht.

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