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Wirtschaft

Aserbaidschans Gasvorräte reichen für Auslastung von TGI und Nabucco aus - US-Vizeaußenminister

19:22 27/03/2008
BAKU, 27. März (RIA Novosti). Aserbaidschan besitzt genügend Gas, um die Gaspipelines Türkei-Griechenland-Italien (TGI) und Nabucco auszulasten, sagte der US-Vizeaußenminister Matthew Bryza, der für die Beziehungen zu Europa und Asien zuständig ist.

Das teilten aserbaidschanische Massenmedien am Donnerstag unter Berufung auf einen Bericht des US-Außenministeriums mit.

Laut dem US-Diplomaten haben TGI und Nabucco gegenüber dem Projekt South Stream große Vorteile, darunter auch ökonomische.

Laut Bryza war der Besuch des griechischen Entwicklungsministers Christos Pholias im März in Aserbaidschan der erste Schritt auf dem Weg zur Erfüllung des Memorandums über Verständigung im Bereich Energetik, das im Sommer 2007 von der EU und Aserbaidschan signiert worden war.

Während der Visite von Pholias wurde vom aserbaidschanischen Energie- und Industrieministerium und vom griechischen Entwicklungsministerium ein gemeinsames Absichtsprotokoll unterzeichnet, in dem es unter anderem um die Lieferung von aserbaidschanischem Gas nach Griechenland geht.

„Griechenland ist ein Bündnispartner von uns in der Nato und unser Ziel ist es, diesem Land bei der Diversifizierung des Gaskaufs zu helfen. Wir sind auch bestrebt, Turkmenistan, das die weltweit größten Erdgasvorräte besitzt, bei der Diversifizierung des Gasexportes zu helfen. Aber wir wollen Russland nicht schaden“, sagte Bryza.

Nach den Verhandlungen mit dem Hohen EU-Vertreter für Energetik, Andris Piebalgs, die Ende Februar in Brüssel geführt worden waren, sagte Bryza, Nabucco werde gebaut, weil diese Pipeline „kommerziell vorteilhaft ist. Das Gas im Rahmen dieses Projektes wird effektiver und billiger sein, als seine Alternativen.“

Wie der Direktor von Nabucco Gas Pipeline International GmbH, Reinhard Mitschek, ebenfalls im Februar in Abu Dhabi sagte, werde Aserbaidschan als erstes Land Gas über die Nabucco-Pipeline transportieren.

Laut Mitschek soll das erste Abkommen mit Aserbaidschan Ende dieses Jahres unterzeichnet werden. Daraufhin soll ein Vertrag mit den europäischen Unternehmen signiert werden, die Gas importieren wollen.

Anfang März wurde bekannt gegeben, dass das US-Unternehmen Kellog Brown & Root die Ausschreibung der Machbarkeitsstudie für die kaspischen Erdöl- und Erdgaspipelines gewonnen hat. Dieses Unternehmen bildete eine Allianz mit dem Unternehmen Granherne.

Nachauftragnehmer für die Machbarkeitsstudie sind das Institut „Neftegasprojekt“ der Staatlichen Ölgesellschaft von Aserbaidschan, das Unternehmen McDermott und die aserbaidschanischen Betriebe Azekoservis und KazEcoProject.

Nach dem Ausschreibungsabkommen soll der Gewinner neben technischen, kommerziellen und juristischen Aspekten des Projektes auch eine vorläufige Projektierung der Rohrleitungen sicherstellen. Außerdem gilt es, die Ressourcenbasis des Projektes zu bestimmen sowie den Gastarif für den Kaspi-Raum und die Tarife für die Exportmärkte (der Öltarif für den Mittelmeer- und den Schwarzmeerraum sowie der Gastarif für den Europäischen Markt) festzusetzen.

Das Abkommen sieht eine Kooperation der Projektbetreiber mit den Transitländern Kasachstan, Georgien und Türkei sowie mit potentiellen Gasabnehmern in Europa vor.

Die geplanten Baukosten für die 3300 Kilometer lange Pipeline Nabucco belaufen sich auf 7,3 Milliarden US-Dollar. Es ist vorgesehen, anfänglich jährlich mehr als 30 Milliarden Kubikmeter Gas aus Aserbaidschan sowie aus Turkmenistan und Kasachstan durch die Rohrleitung zu pumpen.

Der Bau der Pipeline, die unter Umgehung Russlands über Aserbaidschan, Georgien, die Türkei, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Österreich und möglicherweise auch über Deutschland verlaufen wird, soll im Jahr 2009 beginnen und im Jahr 2013 abgeschlossen werden.

Die Teilnehmer am Bau der Gaspipeline - das österreichische Unternehmen OMV, das ungarische MOL, das bulgarische Bulgargaz, das rumänische Transgaz, das türkische Botas und das deutsche RWE - haben gleiche Anteile von je 16,67 Prozent.

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