
MOSKAU, 15. April (RIA Novosti). Der russische Energiegigant Gazprom hegt Zweifel an dem Vorhaben der Europäischen Union, Erdgas aus Zentralasien beziehen zu können, wenn alle Transportkapazitäten schon durch Verträge Moskaus gebunden sind.
So kommentierte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow eine Äußerung der EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner, dass sich Turkmenien einverstanden erklärt hätte, 2009 zehn Milliarden Kubikmeter Gas für Europa zu reservieren.
"Alle Transportkapazitäten von zentralasiatischen Ländern sind durch die Verträge über den von uns erworbenen Gasumfang bis 2010 gebunden. Wir verstehen nicht, was die EU-Kommissarin mit der Reservierung von zehn Milliarden Kubikmeter Gas in Turkmenien für 2009 meint", sagte Kuprijanow in einem Interview mit der Zeitung "Kommersant".
Ende vergangene Woche hatten EU-Vertreter eine Reihe von Treffen mit den Führungen zentralasiatischer Länder in der turkmenischen Hauptstadt Aschchabad abgehalten. Nach den Verhandlungen verkündete die EU-Außenkommissarin erste konkrete Vereinbarungen über zentralasiatische Gaslieferungen.
Nach ihren Worten versprach die turkmenische Staatsführung, zehn Milliarden Kubikmeter Gas für die EU zu reservieren. Außerdem gebe es Möglichkeiten für die Teilnahme der Europäischen Union an Ausschreibungen für die Ausbeutung neuer Vorkommen.
Ferrero-Waldner bezeichnete diese Vereinbarung als wichtigen ersten Schritt bei der Suche nach alternativen Gaslieferanten, der die Energieabhängigkeit von Russland verringern könnte.