
LEIPZIG, 16. Juni (RIA Novosti). EU-Energiekommissar Andris Piebalgs befürwortet das internationale Gaslieferungs-Projekt Nord Stream, spricht sich aber gegen die so genannte Gas-OPEC aus.
"Nord Stream fördert die Energiesicherheit in der Europäischen Union", sagte Piebalgs im Exklusivinterview mit der Nachrichtenagentur RIA Novosti nach der Jahresversammlung des Branchenverbandes der europäischen Gasproduzenten (Eurogas) in Leipzig.
Das Projekt Nord Stream, das russische Gaslieferungen nach Europa über die Ostsee vorsieht, entwickelt sich laut Piebalgs erfolgreich. Die rechtliche Basis dafür werde planmäßig vorbereitet. Es gebe aber auch Schwierigkeiten. Das betreffe unter anderem den Umweltschutz sowie Gefahren, die Kampfmittel aus dem zweiten Weltkrieg auf dem Meeresgrund darstellen.
Europa werde diese Gaslieferungen (55 Milliarden Kubikmeter jährlich) brauchen, auch wenn der Gasbedarf in den nächsten Jahren nicht steige.
Dabei stimmte der EU-Energiekommissar der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zu, dass die erfolgreiche Umsetzung dieses Projekts ein neues Verständnisklima innerhalb der EU voraussetze.
Die Idee eines weltweiten Gaskartells nach OPEC-Vorbild hat Piebalgs strikt abgelehnt: "Auch wenn die Ölpreise nicht aus der OPEC-Politik resultieren, glauben alle das Gegenteil. Deshalb glaube ich nicht, dass Kartellvereinbarungen gut sein können."