RIA Novosti

Prinz von Liechtenstein soll US-Magnaten bei Steuerhinterziehung geholfen haben

13:34 18/07/2008

NEW YORK, 18. Juli (RIA Novosti). Prinz Philipp von und zu Liechtenstein, das von ihm geleitete Finanzunternehmen LGT und die schweizerische Großbank UBS haben US- Finanzmagnaten bei Steuerhinterziehungen geholfen.

Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichtem Bericht eines Ermittlungsausschusses des US-Senats hervor.

Nach Angaben des Senats haben die reichsten Amerikaner insgesamt 1,5 Billionen US-Dollar mit Hilfe von einflussreichen europäischen Banken wie der UBS und der LGT rund 100 Milliarden US-Dollar nicht versteuert.

Die UBS reagierte bereits auf diesen sensationellen Bericht und den darin enthaltenen Anschuldigungen und sperrte ihre Auslandsdienstleistungen für amerikanische Kunden.

"Wir haben beschlossen, aus Geschäften auszusteigen, die Fragen aufwerfen. Die UBS wird künftig US-Bürgern in ihren Filialen keine Offshore-Bankdienstleistungen beziehungsweise Portfoliodienstleistungen mehr anbieten. Solche Dienstleistungen werden US-Bürgern ausnahmslos jene Unternehmen erweisen, die in den USA zugelassen sind", heißt es in einer Erklärung des Finanzdirektors der UBS, Mark Branson.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen zur Beteiligung der UBS an der Schaffung von Finanzstrukturen für die Steuerhinterziehung hat das schweizerische Finanzministerium am Donnerstag eine offizielle Anfrage erhalten.

Selbst das Liechtensteiner Königshaus ist in dem Skandal verwickelt.

In dem Bericht steht, Prinz Philipp habe der Familie Greenfields, der einige Spielzeug- und Souvenirhandelsketten gehören, im Jahr 2003 geholfen, 30 Millionen US-Dollar an den Fiskus vorbei zu schleusen.

Die Familie Lowy, Inhaber der Handelskette Westfield, konnte durch die Hilfe des Prinzen 68 Millionen US-Dollar vor den Finanzbehörden verstecken.

"Aus dem Bericht geht hervor, dass der Prinz von Liechtenstein reichen Personen half, keine Steuern zu zahlen und sich mit ihnen persönlich in seiner Funktion als Chef der LGT traf", berichtet die Zeitung "The New York Times".

Die Botschaft Liechtensteins in den USA hat bereist eine Erklärung veröffentlicht, der zufolge die Behörden des Landes den Informationen prüfend nachgehen werden.

"Sollten Gesetze des Staates Liechtenstein verletzt worden sein, so werden entsprechende Maßnahmen getroffen", heißt es in dem Dokument.

Im Unterschied zu anderen europäischen Ländern, in denen die Monarchen eine repräsentative Rolle mit einer Distanz zur staatlichen Führung haben, hat die regierende Dynastie in Liechtenstein auch reale Vollmachten.

Der regierende Fürst Hans Adam II., dessen Bruder Prinz Philipp ist, hat im Jahr 2003 ein Referendum gewonnen, das auf eine Erweiterung der Vollmachten des Monarchen ausgerichtet war.

Zugleich trat ein Gesetz in Kraft, das es dem Fürsten verbietet, ein Veto einzulegen, wenn das Parlament beschließt, eine republikanische Regierungsform einzuführen.

Im August 2004 hat Hans Adam II. die Staatsgeschäfte seinem Sohn und Erbprinzen Alois von und zu Liechtenstein übertragen.

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