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Wirtschaft

Europa markiert das Feld für Gasverhandlungen mit Moskau - "Iswestija"

14:51 14/11/2008
MOSKAU, 14. November (RIA Novosti). Es sieht danach aus, dass europäische Beamte nicht abgeneigt sind, sich als Helden von John Tolkien (britischer Schriftsteller) zu fühlen, und vorschlagen, die Europäische Union vor dem Dominieren Russlands bei den Lieferungen von Erdgas "abzusichern".

Die Hauptidee des von der Europäischen Kommission vorbereiteten Plans Comminity Gas Ring besteht darin, alle elektrischen und Gasnetze zu einem Energieverbundsystem und dann auch zu einem Energiering zu vereinigen. Im Ergebnis wird Gas von einem Punkt in Europa zu einem anderen ungehindert strömen, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Freitag.

Die konkrete Gefahrenquelle wird im Dokument nicht genannt. Aber verständlich ist, dass es in erster Linie um Russland geht, das ungefähr 40 Prozent des Erdgases (über 150 Milliarden Kubikmeter) und 30 Prozent des Erdöls (etwa 290 Millionen Tonnen) liefert, das von Europa verbraucht wird.

Sogar Gas aus Mittelasien und Kasachstan wird durch russische Gasleitungen transportiert, weil es andere einfach nicht gibt.

Deshalb bezog sich die Andeutung auf einige wenige Rohstoffbesitzer, die dafür aus Europa Reichtümer bekämen, unverkennbar auf Moskau.

Es wird vorgeschlagen, das Problem durch den Bau von zwei neuen Gasleitungen zu lösen: aus dem Südkaukasus und Iran (Nabucco) sowie aus Afrika (Trans-Sahara-Gaspipeline).

Die EU will sie schon seit 15 Jahren bauen. Aber daraus ist bisher nichts geworden. Die Ursache ist einfach: die kolossalen Baukosten und die Explosivität dieser Regionen im buchstäblichen Sinne des Wortes.

Dieselbe Nabucco-Pipeline zum Beispiel hat bisher keine genaue Trasse.

"Da die Nachfrage nach Gas in Europa nur zunimmt, schließt das eine Projekt das andere nicht aus", erklärte eine Quelle in der Gasbranche der Zeitung. "Niemand wird jedoch Milliarden in ein Rohr investieren, das leer bleiben wird. Zunächst werden die Verträge, manchmal für Jahrzehnte, abgeschlossen. Aber bisher hat Nabucco kein künftiges Gas", führte die Quelle aus.

"Andererseits konnte die Europäische Kommission den Plan des Gasringes speziell zum Besuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in der französischen Stadt Nizza am 14. November einfach dafür vorbereiten, um das Verhandlungsfeld zu markieren", sagt Alexej Serow, Leiter der analytischen Abteilung des Investitionsunternehmens Financial Bridge.

"Das ist eine Art Antwort auf die Schaffung einer Gas-OPEC. Die EU-Kommission, die einsieht, dass die Gaslieferanten sich vereinigen und ihre Politik abstimmen werden, bemüht sich, den Lieferantenkreis maximal zu erweitern. Aber unter den Bedingungen der heutigen Finanzkrise ist das fast unmöglich", sagt der Analytiker.

Es muss betont werden, dass die europäischen Beamten bei weitem nicht nur gegen Russland zu kämpfen haben.

Die europäischen Gasunternehmen selbst sind mit dem anderen Teil des Plans sehr unzufrieden, sie in Gewinnungs-, Transport- und Handelsunternehmen aufzuteilen. Die Gasunternehmen befürchten, dass sie nach einer solchen Aufteilung die in viele Milliarden gehenden Investitionsmittel einfach nicht auftreiben können.

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