29/12/2008 15:20 MOSKAU, 29. Dezember (RIA Novosti). Die Worte des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin, das Zeitalter des billigen Gases sei vorbei, zeugen von der erheblichen Nervosität in der Regierung, stellt die „Nesawissimaja Gaseta“ fest.
Es geht darum, schreibt die Zeitung, dass das Gas wie auch das Erdöl, solange der Gaspreis, wenn auch indirekt, an den Erdölpreis gekoppelt ist, immer billiger sein wird. Es ist klar, dass solch eine Lage sowohl für die russische Wirtschaft als auch für die in Russland herrschenden Politiker katastrophale Folgen haben wird.
Es ist kaum zu erwarten, dass die Bemühungen der Opec-Länder, sogar mit Unterstützung unabhängiger Erdölproduzenten, den Erdölpreis wieder nach oben bis zur mehr oder weniger annehmbaren Marke von 70 US-Dollar je Barrel treiben werden. In dieser Situation tritt das Erdgas als primäre Quelle der Steuereinnahmen in den Vordergrund. Der Erdgaspreis fällt nicht so rasant wie die Erdölpreise.
Doch auch hier gibt es einen Haken. Die Lieferverträge für das Erdgas werden normalerweise für eine langfristige Perspektive unterschrieben, so dass der jeweilige Lieferant Gefahr läuft, das Gas auch nach der Krise zu einem niedrigeren Preis liefern zu müssen. Die Experten sehen das Ende der heutigen weltweiten Krise gegen Ende des Jahres 2010. Deshalb versuchen die Machtoberen in Russland zu manövrieren und so etwas wie eine Gas-Opec zu gründen.
Dabei wird Moskau eine schwierige Wahl treffen müssen zwischen dem Bau von Pipelines und der Entwicklung der zukunftsträchtigen Flüssiggas-Branche. Es wird technisch gesehen nur dann möglich sein, die Gaspreise wirklich zu kontrollieren, wenn das Flüssiggas mit Schiffen transportiert wird. Heute fließt das meiste Gas durch die Pipelines und die Preise werden durch langfristige Lieferverträge geregelt.
Um in der Zukunft die Gaspreise kontrollieren zu können, wird die russische Führung auf die vorrangige Entwicklung von Pipelines verzichten müssen. Dies würde aber das Aus für die heutige Strategie des russischen Gasmonopolisten Gazprom bedeuten, denn er würde dann eine starke Konkurrenz bekommen, und zwar von Seiten der Flüssiggas-Branche.
Die vorhandenen Erdgasreserven werden es aber nicht erlauben, zweigleisig zu fahren. Die Wahl zugunsten des Flüssiggases würde wiederum neue, und zwar beträchtliche Investitionen erfordern, denn Russland ist gegenwärtig in dieser Branche sehr schwach vertreten. Gazprom versucht natürlich, seine Pläne in Bezug auf das Flüssiggas zu entwickeln, doch die Frage der Finanzierung bleibt ungeklärt.
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