Wirtschaft
Nach Zollchef-Wechsel greift Naftogaz auf RosUkrEnergo-Vorräte zu
KIEW, 31. Januar (RIA Novosti). Die Gasvorräte, über die bisher der Schweizer Zwischenhändler RosUkrEnergo verfügte, gehen offenbar doch an die Ukraine: Regierungschefin Timoschenko hat den Beginn der zuvor blockierten Zollabfertigung gemeldet.
„Zurzeit läuft die Zollabfertigung", sagte Julia Timoschenko am Samstagnachmittag der ukrainischen Agentur UNIAN.
Es geht um das in den ukrainischen unterirdischen Speichern enthaltene Erdgas. Eigentlich gehört es RosUkrEnergo. Der Zwischenhändler hat aber Verschuldungen gegenüber Gazprom. Und der russische Monopolist hat laut Timoschenko dem ukrainischen Konzern Naftogaz erlaubt, dieses Gas zu einem niedrigen Preis abzukaufen. Die Gesamtsumme für elf Milliarden Kubikmeter Gas belaufe sich auf 1,7 Milliarden US-Dollar.
Zuvor war die Abfertigung dieser Gassvorräte vom ukrainischen Zollchef Walerij Choroschkowski blockiert worden. Er behauptete, lediglich RosUkrEnergo dürfe nach wie vor über das Gas verfügen. Am Mittwoch wurde Choroschkowski aber entlassen.
Der Ausschluss des Schweizer Zwischenhändlers aus dem Gasgeschäft zwischen Moskau und Kiew war in dem am 19. Januar unterzeichneten russisch-ukrainischen Vertrag verankert worden. Dieser Vertrag hatte die Wiederaufnahme der zuvor unterbrochenen Transitlieferungen aus Russland nach Europa ermöglicht.

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