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Wirtschaft

Rezept gegen Finanzkrise: Soros schlägt neues Geld vor

13:02 10/02/2009
MOSKAU, 10. Februar (RIA Novosti). Als ein Mittel zum Kampf gegen die Finanzkrise schlägt der bekannte Investor George Soros neues Geld vor.

Wie der milliardenschwere Spekulant am Dienstag in der russischen Zeitung "Wedomosti" in einem Artikel schreibt, handelt es sich um den bereits seit 40 Jahren bestehenden Mechanismus der Sonderziehungsrechte (SDR). Dieser Mechanismus soll in erster Linie den Randstaaten helfen, die Krise zu meistern.

Der massive Wirtschafts- und Finanzkrise macht deutlich, wie ungerecht das entstandene Finanzsystem ist: Sie sei zwar in den USA entstanden, die größte Last müssten aber die "peripheren Länder" tragen, so Soros.

Angreifbar wurden die Wirtschaften dieser Länder infolge der ihnen aufgezwungenen Marktdisziplin - einer Reihe von politischen Empfehlungen, die Haushaltsdisziplin, Privatisierung, Deregulierung der Märkte, Liberalisierung des Handels u. a. vorsahen.

All diese Schritte wurden den lateinamerikanischen und anderen Staaten von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds empfohlen, als sie von Krisen erfasst worden waren.

Nun müssen die so genannten Randstaaten, aus denen das Kapital abgezogen wird, innerhalb kürzester Zeit die Möglichkeit bekommen, viele Kurzzeitkredite aufzunehmen. Außerdem müssten sie auch Zugang zu langfristigen Krediten bekommen, so Soros.

"Die internationalen Institutionen stehen nun vor einer neuen Aufgabe: Die Peripherie muss vor dem Sturm geschützt werden, der von den USA ausgeht", betonte er. Die Zukunft der Weltbank und des IWF hänge davon ab, wie erfolgreich sie diese Aufgabe meistern würden. Im Falle eines Scheiterns würden sie in Bedeutungslosigkeit versinken.

Die 200 Milliarden Dollar, über die der IWF heute verfügt, reichen für eine systematische und substantielle Hilfe für die Randstaaten nicht aus. "Die einfachste Lösung würde in neuem Geld bestehen", hieß es.

In diesem Zusammenhang verwies Soros auf den Mechanismus der Special Drawing Rights (SDR). Diese 1969 kreierte Geldeinheit wird vom IWF für internationale Verrechnungen verwendet. "Alles, was man braucht, um diesen Mechanismus in Gang zu setzen, ist seine Billigung durch 85 Prozent der IWF-Mitgliedsstaaten", stellt Soros fest.

Die SDR-Papiere könnten sich als überaus nützlich erweisen, wenn die reichen Länder ihre Begrenzungen für die SDR ausleihen bzw. opfern würden. Die internationalen Institutionen würden dann die zielbezogene Nutzung dieser Mittel kontrollieren.

Sollte die Anwendung der SDR-Scheine in riesige Dimensionen vorstoßen - etwa eine Billion Dollar - so würde der uneigennützige Schritt der reichen Länder in Wirklichkeit auch deren Interessen dienen, weil damit die Weltwirtschaft stimuliert und die Exportmärkte der Industrieländer gefördert werden.

Die Länder mit einem stabilen Haushaltsüberschuss könnten zusätzlich zu ihren Investitionen in langfristige Staatsverbindlichkeiten anderer Länder ein neues IWF-Programm für schnelle Finanzhilfe (Short Term Liquidity facility - STL) finanzieren. Im Rahmen dieses Programms könnten die Länder bei der Aufnahme von Drei-Monate-Darlehen die ihnen zustehenden Quoten fünffach überschreiten.

Wie Soros in diesem Zusammenhang feststellt, darf heute beispielsweise Brasilien lediglich 23,4 Milliarden US-Dollar im Rahmen des STL-Programms als Darlehen aufnehmen, obwohl die eigenen Reserven dieses Landes rund 200 Milliarden Dollar ausmachen. Ein flexiblerer neuer Fonds würde viel mehr helfen.

Außerdem könnte der IWF die Aktiva der peripheren Länder in den jeweiligen nationalen Währungen mit seinen Reserven in den internationalen Devisen garantieren, meint der Financier.

Die Umverteilung der Quoten sei zwar ein "schmerzhaftes Problem", die USA und Europa würden aber im Endeffekt von den von ihnen erforderlichen Zugeständnissen profitieren.

"Der optimale Weg wäre eine Aktivierung der SDR-Anwendung in einem großen Umfang", stellt Soros abschließend fest. "Die neue US-Administration wäre den Hoffnungen der ganzen Welt gerecht, wenn sie diesen Weg eröffnen würde."

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