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Finanzkrise: Russland tritt auf Kostenbremse für Sotschi 2014- "Gazeta.Ru"

14:58 18/02/2009

MOSKAU, 18. Februar (RIA Novosti). Der Olympia-Etat für Sotschi 2014 fällt womöglich um 15 Prozent geringer aus, schreibt die Internetzeitung "Gazeta.Ru" am Mittwoch.

Über diese erfreuliche Nachricht wurde Premier Wladimir Putin von seinem Stellvertreter Dmitri Kosak unterrichtet. 300 Milliarden Rubel (1 Euro = ca. 45,97 Rubel) aus dem Staatshaushalt seien bereits nach einer Überprüfung der anfänglich geplanten, viel zu hohen Baukosten eingespart worden.

Experten sprechen davon, dass durch die Finanzkrise weniger Geld für die Bauvorhaben in Sotschi gebraucht wird.

Der durchschnittliche Rückgang der Baustoffpreise als Folge der abnehmenden Nachfrage beträgt zwischen 15 und 20 Prozent.

Jewgeni Botka, Generaldirektor der Agentur für Bauinformation, sagt, dass der Zementpreis in seinen besten Zeiten ein Vielfaches des heutigen ausgemacht habe. Innerhalb eines Jahres sei der Preis, je nach der Marke, um 30 bis 40 Prozent abgestürzt. Der Bewehrungsstahl sei bedeutend billiger geworden, die Betonpreise um 20 Prozent zurückgegangen. "Demnach sind 15 Prozent eine ganz richtige Zahl", schlussfolgert der Experte.

Die möglichen Einsparungen erfreuen die Behörden: Die früher vorgesehenen Ausgaben für die Olympischen Winterspiele übersteigen derzeit die Möglichkeiten des Haushalts.

"Sie wurden geplant, als man von der Annahme ausging, der Ölpreis werde sich verdoppeln, deshalb versucht die Regierung immer wieder, die Ausgaben zu überprüfen", sagt Anton Strutschenewski, Ökonom von Troika Dialog.

Nach Ansicht von Experten lassen sich in den früheren Kostenvoranschlägen auch andere Sparmöglichkeiten entdecken. Denn die hohen Kosten der Olympia-Objekte wurden von den russischen Beamten auch deshalb festgelegt, um das IOC zu beeindrucken.

"Das war einer unserer Trümpfe bei der Präsentation. Niemand außer Russland war bereit, so viel Geld für die Olympiade bereitzustellen, deshalb fiel sie uns zu": An diese Tatsache erinnert sich Igor Nikolajew vom Unternehmen FBK.

Die Präsentation versetzte schon damals die Verantwortlichen in Erstaunen. Nikolajew bemerkt, dass der Preis der Eishockeyhalle fünfmal so hoch sei wie das Eiskunstlaufstadion, obwohl die Rede in beiden Fällen von zwei gleichen Bauten für 12 000 Zuschauer sei.

Unabhängige Ökonomen zogen damals den Schluss, dass die wirtschaftliche Begründung des Projekts nicht eben die genaueste gewesen sei. "In erster Linie ist das Projekt neu zu berechnen", behauptet der FBK-Experte. "Die Einsparung kann 15 Prozent, vielleicht aber auch 30 oder 50 Prozent betragen."

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