Wirtschaft
Russlands Öl und Gas aus neuen Vorkommen wird vorwiegend nach Asien gehen - Vizepremier Setschin
MOSKAU, 22. März (RIA Novosti). Russland hat vor, Öl und Gas aus neuen Vorkommen an neue Absatzmärkte zu liefern. Das erklärte Russlands Vizepremier Igor Setschin in einem Interview für das russische Fernsehen.
„Damit werden wir die überflüssigen Mengen von den traditionellen Märkten entfernen, die unsere Unternehmen heute daran hindern, effektiv zu arbeiten", sagte der für die Brennstoff- und Energiewirtschaft zuständige Vizeregierungschef.
Nach seinen Worten ermöglicht die jetzige Preislage einen groß angelegten Bau von Infrasturkturobjekten. „Im April soll mit dem Bau eines Pipeline-Zweigs nach China beginnen. Diese Pläne wurden mit der Führung Chinas besprochen."
Plangemäß erfolgt auch die Umsetzung der Infrastruktur-Projekte Nord Stream und South Stream. „Dort stehen die Abstimmung der ökologischen Aspekte und die Vorbereitung von Regierungsabkommen mit einer Reihe von Staaten kurz vor dem Abschluss. Ein Teil dieser Abkommen ist bereits unterzeichnet worden. Die im Januar entstandenen Störungen der Lieferungen nach Europa machen die Notwendigkeit einer Diversifizierung offensichtlich", sagte Setschin. „Wir sind uns auch der Verantwortung gegenüber den Abnehmern bewusst und werden die Zuverlässigkeit unserer garantierten Lieferungen gewährleisten."
Danach gefragt, ob Russlands Wirtschaft auch in zehn Jahren von Öl und Gas abhängen wird, meinte der Vizepremier, dass diese Abhängigkeit einigermaßen weiter bestehen wird. „Das bietet unserem Land aber auch bestimmte Möglichkeiten. Dank diesen Möglichkeiten wurden übrigens die Gold- und Devisenreserven geschaffen, die heute unseren Unternehmen bei der Überwindung von Krisenerscheinungen helfen."
Der diesjährige Staatshaushalt sei ausgehend vom Barrelpreis in Höhe von 41 US-Dollar berechnet worden. „Dies wird Haushaltseinnahmen in Höhe von 2,1 Billionen Rubel sichern. Im vergangenen Jahr lagen diese Einnahmen bei vier Billionen Rubel." (Ein US-Dollar entspricht rund 34 Rubeln).
Setschin hofft darauf, dass Russland schrittweise zum Handel mit Ölprodukten übergehen wird. „Ich träume davon, dass wir in zehn oder 20 Jahren unser Rohöl nur in einheimischen Raffinerien verarbeiten und den Mehrwert damit bei uns belassen", gestand er. Aber der jetzige Handel mit Rohöl sei nicht weiter schlimm. „Dies ist unsere Ressource, die unserem Land und der jetzigen Generation sowie den künftigen Generationen gehört, und wir sind verpflichtet, sehr effektiv und vernünftig damit zu arbeiten", betonte er.

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