
ATHEN, 08. Mai (RIA Novosti). Laut dem bulgarischen Premier Sergei Stanishev haben die Gaspipelines South Stream und Nabucco sowie die transbalkanische Erdölleitung Burgas - Alexandroupolis eine große nationale Bedeutung für sein Land.
„Nationale Prioritäten Bulgariens sind die Erdölleitung Burgas - Alexandroupolis und die Gaspipelines Nabucco und South Stream“, äußerte Stanishev nach dem EU-Gipfel zur „Ost-Partnerschaft“ von sechs postsowjetischen Staaten in Prag, wie der Bulgarische nationale Rundfunk am Freitag mitteilt.
Stanishev erwähnte die negativen Auswirkungen des russisch-ukrainischen Gasstreites Anfang 2009 und verwies auf die Notwendigkeit, angemessene Mechanismen zur Vermeidung derartiger Krisen in Zukunft zu entwickeln.
Russland und Bulgarien hatten im Januar 2008 ein Regierungsabkommen unterzeichnet, das den Beitritt Bulgariens zum Projekt South Stream vorsieht.
Die Gesamtlänge des Schwarzmeer-Abschnittes der Pipeline soll rund 900 Kilometer, die maximale Tiefe mehr als 2000 Meter betragen. Die geplante Kapazität soll sich auf rund 31 Milliarden Kubikmeter belaufen. Die Inbetriebnahme des maritimen Teils der Pipeline ist für das Jahr 2013 geplant.
Das Nabucco-Projekt, das auf 7,3 Milliarden US-Dollar veranschlagt wird, sieht den Transport von Erdgas aus Zentralasien und Aserbaidschan in Umgehung Russlands auf der Route Türkei - Bulgarien - Rumänien - Ungarn - Österreich vor. Der Bau der Pipeline soll im Jahr 2013 abgeschlossen werden. Die Lieferungen werden im Jahr 2014 aufgenommen.
Obwohl viele Beobachter Nabucco und South Stream als rivalisierende Vorhaben betrachten, werden die beiden Projekte von Bulgarien offiziell unterstützt.
Das Projekt zum Bau der Ölleitung Burgas - Alexandroupolis soll eine neue Exportroute von den Schwarzmeerhäfen bis zu den Märkten Europas, der USA und des Asiatisch-Pazifischen Raums verlegen. Die Pipeline wird durch Bulgarien und Griechenland verlaufen. Russisches Erdöl und Erdöl aus der Kaspi-Region soll über das Schwarze Meer bis zum bulgarischen Hafen Burgas verschifft und von dort aus durch die Ölpipeline bis zum griechischen Hafen Alexandroupolis am Mittelmeer gepumpt werden. Die Bauarbeiten sollen in diesem Jahr beginnen.