
MOSKAU, 03. August (RIA Novosti). Der russische Fahrzeugbauer Sollers (vorher SewerstalAvto) wird das erste Autowerk im russischen Fernen Osten bauen. Wie die Tageszeitung "Kommersant" am Montag berichtet, sollen dort die Modelle SsangYong, Fiat und Isuzu montiert werden.
Wie die staatliche Vnesheconombank (VEB) am Freitag mitteilte, wird sie der Sollers AG einen Kredit in Höhe von fünf Milliarden Rubel (rund 111 Millionen Euro) gewähren. Für dieses Geld soll der Autobauer ein Werk im Fernen Osten bauen und die Produktion von Zulieferteilen in Tatarstan aufnehmen. Im Fernen Osten sollen Offroader der Marke SsangYong, Kleinbusse Fiat Ducato und Isuzu-Lkw zusammengebaut werden.
Die Jahresleistung des Werks soll 15 000 Autos betragen, die Produktion soll bereits im Dezember 2009 beginnen: Sie wird in einer leer stehenden Werkhalle der Werft Dalsawod aufgenommen, das über die erforderliche Infrastruktur verfügt.
Sollers hatte bereits im Frühjahr 2008 vor dem Ausbruch der Krise seine Absicht bekannt gegeben, das erste Autowerk im russischen Fernen Osten zu bauen. Die SsangYong-Offroader, die Fiat-Lieferwagen und die Isuzu-Lkw werden bereits in Tatarstan montiert, die Teile für die Montage der asiatischen Kfz-Modelle werden aber über die fernöstlichen Häfen angeliefert. Da die Autos ebenfalls im Fernen Osten verkauft werden sollen, war es logisch, die Produktion näher an die Häfen heranzubringen.
Das Hauptproblem für Sollers besteht im Ausbleiben eines gut verzweigten Autohändlernetzes im Fernen Osten. Darin liegen nach Ansicht von Experten die Probleme beim Absatz und Service der Autos, die dort montiert werden sollen.
Michail Pak, Analyst der Investmentgesellschaft Metropol, verwies auf den politischen Aspekt des Projekts. Es wird von einer großen staatlichen Bank unterstützt, und sein Beginn wurde von Premier Wladimir Putin persönlich verkündet. Damit will die Regierung beweisen, dass die Region hochwertige Autos bekommen kann, die in Russland montiert werden. Den wirtschaftlichen Schwerpunkt des Projekts machen schwere Isuzu-Lastkraftwagen aus, die beim Bau von Infrastrukturprojekten wie die Ölpipeline Ostsibirien-Pazifik zur Anwendung kommen könnten.