RIA Novosti

Spannungen zwischen OPEC und Russland wegen Förderquoten - „Kommersant“

15:03 14/09/2009

MOSKAU, 14. September (RIA Novosti). Das einzige Ergebnis der 154. OPEC-Tagung sind Ansprüche an Russland und andere unabhängige Ölproduzenten, die die Aufrufe zur Drosselung der Förderung überhört haben, schreibt die russische Zeitung „Kommersant“ am Montag.

Doch laut Experten sind Erklärungen ohne wirtschaftlichen Sinn nicht der Rede wert.

OPEC-Generalsekretär Abdullah al-Badri sagte, dass er über Russlands Unwillen zur Zusammenarbeit mit dem Kartell besorgt sei. Katars Energieminister Abdullah bin Chamad al-Attiyyah drückte es harscher aus. Er warf dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin direkt vor, dass dieser den OPEC-Beschluss über die Drosselung der Förderung missbrauche, um den Anteil des Kartells auf dem globalen Ölmarkt anzueignen.

„Wir hatten nie jegliche Verpflichtungen vor der OPEC. In dieser Hinsicht ist es grundfalsch, zu sagen, dass wir gegen die Regeln handeln“, sagte der russische Energieminister Sergej Schmatko. Russland werde auf die Kritik des Kartells hören, so der Minister, wenn die Diskussion über die Kandidatur des Präsidenten der „Gas-OPEC“ losgeht. Unter dieser Bezeichnung ist das Forum der Gasexportländer bekannt, dem auch viele OPEC-Länder angehören sollen.

Beobachter raten, den OPEC-Erklärungen keine Aufmerksamkeit zu schenken, zumal sie vor dem Hintergrund des Ölpreiswachstums nur konjunkturellen Charakter tragen können. „Das ist keine offizielle Erklärung der Organisation, sondern die Meinung eines OPEC-Mitglieds“, sagt Valeri Nesterow von Troika Dialog. Kritische Bemerkungen über Russland hatte es in der OPEC seit langem gegeben, sie seien nur nicht in aller Öffentlichkeit verlautet worden, sagt er. Russland und die OPEC haben nicht die gleichen Interessen, doch Russlands unabhängige Politik im Ölbereich sagt vielen zu, weil der Westen das russische Öl als Alternative für Lieferungen aus so einer unruhigen Region wie dem Nahen Osten ansieht“, so der Analyst.

„Die Anschuldigungen sind haltlos, da Russland dieses Mal nicht einmal etwas versprochen hat“, sagt Michail Krutichin von RusEnergy. Die Vorwürfe, dass sich Russland die OPEC-Märkte aneigne, seien ebenfalls unbegründet, weil der Markt für russisches Öl äußerst begrenzt sei. Russisches Öl werde von mehreren europäischen Raffinerien erworben, die auf eine konkrete Ölsorte ausgerichtet seien.

„Diese Erklärungen haben keinen wirtschaftlichen Sinn, die OPEC versucht nur, jemandem die Schuld in die Schuhe zu schieben“, sagt der Analytiker.

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