Wirtschaft
Frankreichs Beteiligung an Pipeline-Projekten Nord Stream und South Stream im Gespräch - Presse
Wie die Zeitung weiter ausführt, war eine französische Beteiligung an den Gaspipeline-Projekten, die Russland mit Europa verbinden sollen, ein zentrales Thema der Verhandlungen zwischen den Regierungschefs beider Länder, Wladimir Putin und Francois Fillon, am Montagabend in Nowo-Ogarjowo bei Moskau.
Erstmals hatte Frankreich vor anderthalb Jahren Interesse daran gezeigt, nachdem es nicht ins europäische Konkurrenzprojekt Nabucco nicht aufgenommen wurde: Im Februar 2008 entschieden sich die Nabucco-Aktionäre für die deutsche Gesellschaft RWE zum Nachteil des französischen Konzerns GDF SUEZ.
Wie "Kommersant" beim russischen Energiekonzern Gazprom erfuhr, werden die Verhandlungen über eine französische Beteiligung bereits seit einem halben Jahr geführt.
"Ein Memorandum über die Zusammenarbeit zwischen Gazprom und Electricite de France (EdF) über eine Aufnahme der französischen Gesellschaft ins Projekt South Stream soll demnächst unterzeichnet werden, vor einer Woche wurde es paraphiert."
Ein anderer Gazprom-Vertreter äußerte, das Dokument könnte während des Frankreich-Besuchs von Gazprom-Chef Alexej Miller Ende September unterzeichnet werden.
"Das Dokument sieht eine Zusammenarbeit zu einem großen Kreis von Problemen vor", hieß es. "EdF soll mindestens zehn Prozent am South-Stream-Projekt bekommen im Austausch gegen langfristige Verträge über Gaslieferungen für die EdF-Kraftwerke am Verlauf der Pipeline-Route."
Vorerst ist der italienische Konzern ENI der einzige Gazprom-Partner im South-Stream-Projekt. Nach Ansicht von Michail Kortschemkin, East European Gas Analysis, würden die Positionen der Italiener durch eine Beteiligung der Franzosen geschwächt. "Bisher war ENI bemüht, größere Rechte in diesem Projekt zu bekommen", stellte er fest.
Wie aus Expertenquellen verlautet, braucht EdF zusätzliche Gasmengen für die Kraftwerke in Italien (EdF besitzt 19,36-prozentige Anteile an der italienischen Energiegesellschaft EDISON) und Ungarn, wo EdF 95,57 Prozent an der Gesellschaft Budapesti Eromu ZRt besitzt, die fünf Wärmekraftwerke verwaltet.
Die Gas-Pipeline South Stream mit einer Jahresleistung bis 63 Milliarden Kubikmeter soll 2015 in Betrieb genommen werden. Sie wird zwischen dem russischen Hafen Noworossijsk und dem bulgarischen Hafen Varna auf dem Grund des Schwarzen Meeres verlegt. Anschließend werden zwei Pipelinestränge über den Balkan in Richtung Italien und Österreich gebaut.

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