
MOSKAU, 22. September (RIA Novosti). Die russische Regierung erwägt den Verkauf von ihren Anteilen an Russlands größtem Ölkonzern Rosneft.
Das teilte Vizeregierungschef Igor Schuwalow am Dienstag in einem Interview des Fernsehsenders Bloomberg TV mit. Gegenwärtig halte Russland 75 Prozent der Rosneft-Aktien. Die Pläne führte Schuwalow darauf zurück, dass die Regierung zum ersten Mal seit zehn Jahren mit einem Haushaltsdefizit konfrontiert sei.
In Russland gebe es rund 5500 Unternehmen, die in Aktiengesellschaften umgewandelt und bereits in diesem Jahr übereignet werden könnten. "Jetzt ist es an der Zeit, da wir wieder zur Privatisierung greifen", sagte Schuwalow. Weitere Mittel wolle die Regierung durch den Verkauf von Lizenzen für die Ausbeutung von Öl-, Gas- und Metallvorkommen erwirtschaften. "Wir haben gute Aktiva", sagte der Vizeregierungschef.
Bei der Erstplatzierung von Rosneft-Aktien im Sommer 2007 waren 14 Prozent der Anteile für 10,4 Milliarden US-Dollar verkauft worden. Der Einstiegspreis lag bei 7,55 Dollar pro Papier.
Rosneft ist der größte russische Ölförderer. Größter Rosneft-Aktionär ist der staatliche Konzern Rosneftegaz mit 75,16 Prozent der Anteile. Der von Rosneft kontrollierte Konzern RN-Raswitije hält 9,44 der Rosneft-Aktien. Zudem hat Rosneft rund 143 000 Privataktionäre.