Wirtschaft
Wegen Gasschwemme: Experten raten zu Aufschub von Schtokman-Projekt
MOSKAU, 16. Oktober (RIA Novosti). Der Beginn des Abbaus des Schtokman-Gasvorkommens in der Barentssee wird voraussichtlich wegen der ungünstigen Konjunktur um mehrere Jahre zurückgestellt.
Die von RIA Novosti befragten Experten stimmten darin überein, dass die Aktionäre - die russische Energieholding Gazprom, der französische Ölkonzern Total und das norwegische Unternehmen StatoilHydro wegen des Verbrauchsrückgangs und wegen des Überangebots auf dem weltweiten Gasmarkt den Beginn der Förderung auf das Jahr 2017 bis 2018 verschieben sollten.
Das Gaskondensatvorkommen Schtokman, dessen Abbau von Sevmorneftegaz (Gazprom-Tochter) auf Lizenz erfolgen soll, liegt in der Mitte des Schelfs des russischen Abschnittes der Barentssee. Mit 3,8 Billionen Kubikmeter Gas soll das Vorkommen die Ressourcenbasis für die Gaslieferungen über die im Bau befindliche Gaspipeline Nord Stream nach Europa bilden.
In der ersten Abbauphase sollen 23,7 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert werden. Der Lieferbeginn beim Pipelinegas ist für das Jahr 2013 und beim Flüssiggas für das Jahr 2014 angesetzt.
Laut dem Chef des Fonds für nationale Energiesicherheit, Konstantin Simonow, ist jetzt eine abnehmende Tendenz bei der Nachfrage nach Erdgas in der Europäischen Union zu beobachten. Gleichzeitig habe Nordamerika eine Alternative zu Erdgas gefunden. Es handele sich um Schiefergas, dessen Produktion ständig zunehme.
Der Expertin Tatjana Mitrowa zufolge hat der "Ausbruch" der Produktion von billigem Gas aus Schiefer in den USA die Importprognose für den "blauen Brennstoff" grundlegend nach unten korrigiert.
Mitrowa verwies auf einen "enormen Angebotsüberfluss" wegen des Preissturzes in Nordamerika und Großbritannien.
Die Experten waren sich jedoch darin einig, dass sich die Konjunktur mittelfristig verändern, die Nachfrage nach Gas allmählich wieder steige, die Selbstkosten zunehmen und die Illusionen hinsichtlich Schiefergases sich zerstreuen würden.
Der Chef des Betreiberunternehmens Shtokman Development, Juri Komarow, hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass die Aktionäre je nach dem Marktzustand über die Projekttermine entscheiden werden.

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