Wirtschaft
Estlands Parlament spricht sich gegen Nord Stream aus
Thema: Gaspipeline Nord Stream
TALLINN, 27. Oktober (RIA Novosti). Estlands Parlament hat am Dienstag beschlossen, den Bau der Gaspipeline Nord Stream nicht zu genehmigen, da die Gasleitung die Umwelt der Ostsee gefährden kann.
Laut dem Parlament sind die Risiken von Nord Stream unterschätzt worden und die Entwickler der Pipeline haben die Eigenschaften der Ostsee als einheitliches sensibles Ökosystems nicht genügend beachtet. Deswegen ist es laut dem estnischen Parlament auf Grund der internationalen Prinzipien des Öko-Rechtes nicht zu empfehlen, dem Projektbetreiber die notwendige Genehmigung zu erteilen.
Nord Stream wird aber nicht durch die estnischen Hoheitsgewässer verlegt und Estland kann deshalb den Bau der Pipeline kaum beeinflussen. Estland kann den Staaten gegenüber, durch deren Gewässer die Gasleitung führen soll, lediglich seine Sicht dazu äußern.
Die estnischen Parlamentarier rufen ihre baltischen Kollegen dazu auf, alle Bewertungen zum Bau der Pipeline auf parlamentarischer und öffentlicher Ebene unter Kontrolle zu nehmen.
Laut einigen estnischen Wissenschaftlern wurde der Meeresgrund infolge der menschlichen Tätigkeit bereits stark mit giftigen Abfällen verschmutzt und jeder neue Eingriff könnte Probleme für die Umwelt und die menschliche Gesundheit mit sich bringen, egal ob es sich nun um die Räumung von Altlasten an Munition oder um den Bau einer Gaspipeline handelt.
Wie der Wissenschaftler Tarmo Soomere äußerte, waren vor 20 Jahren mit dem finnischen Fluss Kymijoki sehr gefährliche Giftstoffe, die bei der Holzverarbeitung entstehen, in die Ostsee gelangt. Nach Angaben des Wissenschaftlers ist der Meeresboden nur in seiner Oberschicht von etwa zehn Zentimetern ziemlich sauber, tiefer ist der Boden bereits vergiftet. Bei den Bauarbeiten können die Giftstoffe aufgewühlt werden und die Meeresfrüchte vergiften, die den Menschen als Nahrung dienen.
Die russische Regierung dagegen hat versichert, dass im Projekt alles vorgesehen sei, um die Risiken auf ein Minimum zu reduzieren.

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