Wirtschaft
Gazprom will Anteil an Verbundnetz Gas aufstocken - "Kommersant"
Der französische Gasmonopolist beantwortete das Angebot, indem er erklärte, einen Einstieg in das Konkurrenzprojekt Nabucco zu prüfen.
Informationen des deutschen "Handelsblatts" über die Verhandlungen zwischen Gazprom und GDF Suez wurden dem "Kommersant" von zwei Quellen bestätigt. "Für Gazprom wäre das kein schlechtes Geschäft, denn der Monopolist bekäme sofort Zugang zu den ostdeutschen Netzen und könnte seine Präsenz auf dem deutschen Markt vergrößern", erläuterte ein mit den Verhandlungen vertrauter Informant der Zeitung.
Die Verbundnetz Gas AG kontrolliert 95 Prozent des Marktes auf dem Gebiet der ehemaligen DDR beziehungsweise 16 Prozent des gesamten Gasmarktes in Deutschland.
Vor einigen Jahren hatte E.ON Ruhrgas Aktien der VNG an die französische Gas de France (im Juli 2008 mit Suez fusioniert) und nicht an Gazprom verkauft, um zu verhindern, dass ihr damit ein Konkurrent entsteht.
Daraufhin zog Gazprom 2008 bei der Wahl eines dritten Nord-Stream-Partners den Franzosen Niederländer vor, die neun Prozent Anteil an der Untersee-Gasleitung Balgzand Bacton Line zwischen den Niederlanden und Großbritannien abtraten sowie das Recht, die niederländischen Gastransportkapazitäten zu nutzen.
Gazprom ließ verlauten, die Verhandlungen über Nord Stream würden fortgesetzt. GDF Suez will zusätzliche Rechte bei der operativen Leitung von Nord Stream - einen Sitz im Verwaltungsrat sowie ein Vetorecht bei Großverträgen und bei Fragen von strategischem Charakter.
Gazprom seinerseits wolle die Entschädigungshöhe im Falle eines Ausstiegs der Franzosen aus dem Projekt sowie die Haftungsbedingungen gegenüber den Gläubigern fixieren, sagte ein Informant dem "Kommersant".
Michail Kortschemkin, Direktor von East European Gas Analysis (USA), betont: "Der Konflikt besteht darin, dass GDF Suez ein Stück des Anteils von E.ON Ruhrgas an Nord Stream bekommt, die Gegenleistung dafür jedoch von Gazprom verlangt." Falls sich beide Seiten in Sachen VNG einig werden, könne Gazprom nach seinen Worten die Gasnetze Deutschlands übernehmen, ohne sie jedoch verwalten zu können.
Maxim Schejin von Brokerkreditservice verweist darauf, dass die Verhandlungspartner ihre Forderungen im Verlaufe des Jahres schon mehrmals verändert hätten: So habe Gazprom Zugang zu Frankreichs Inlandsmarkt und einen Anteil an den Terminals von Flüssiggasbetrieben angestrebt. Wie der Vertrag am Ende aussieht, wird die Zeit zeigen.

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