
MOSKAU, 26. November (RIA Novosti). Russlands Zentralbank wird einen Teil der Reserven in kanadische Dollar platzieren. Darüber berichten russische Zeitungen am Donnerstag.
Dadurch soll die Rentabilität der Reserven gesteigert und das Risiko bei einem Absturz des US-Dollars vermindert werden, auf den gegenwärtig 47 Prozent der russischen Devisenreserven entfallen.
Dem Umfang der Gold- und Devisenreserven nach (441,7 Milliarden Dollar zum 13. November) steht Russland an dritter Position in der Welt. Deshalb reagieren die Teilnehmer des Devisenmarkts auf Erklärungen seiner Finanzbehörden. 2003 stieg der Kurs des Euro zum Dollar um ein Prozent an, nachdem Alexej Uljukajew, damals Vize-Finanzminister, die Absicht Moskaus bekannt gegeben hatte, den Dollaranteil an den Reserven zugunsten des Euro zu verringern.
Russlands Devisenreserven bestehen zu 47 Prozent aus US-Dollar, zu 41 Prozent aus Euro, zu 10 Prozent aus Pfund Sterling und zu 2 Prozent aus Yen.
Maxim Ossadtschi, Chefanalyst der Bank für korporative Finanzierung, sagt: "Die Zentralbank sorgt für die Erhaltung der Gold- und Währungsreserven, logisch ist daher ihre Absicht, die Reserven zu diversifizieren und ihre Abhängigkeit von der Währung des Landes zu vermindern, das die Quelle der globalen Krise ist.
Die Auswahl für die Diversifizierung ist dabei jedoch nicht besonders groß: Das britische Pfund Sterling und der japanische Yen sind in den Reserven bereits vorhanden, der chinesische Yuan gehört nicht zu den frei konvertierbaren Währungen, der brasilianische Real und die indische Rupie sind weiche Währungen" (instabil im Verhältnis zu den wichtigsten Weltwährungen und ohne eine vollwertige Deckung).
"Selbstverständlich hängt Kanada schon aus geographischen Gründen übermäßig von der US-Wirtschaft ab, doch ist der 'Kanadier' vom US-Dollar ziemlich unabhängig", meint Ossadtschi.
Dmitri Ananjew, Vorsitzender des Ausschusses für Finanzmärkte und Geldzirkulation im Föderationsrat Russlands und Miteigner der Promsvyazbank, findet, dass die Zentralbank nach Erhöhung der Erhaltung und Rentabilität der Reserven strebe.
"Der kanadische sowie der australische Dollar sind Währungen der entwickelten Staaten mit einem großen Rohstoffsektor. Sie sind widerstandsfähiger gegen eine Abwertung, weil deren Wirtschaft stabiler und das Haushaltsdefizit geringer als bei den USA ist", sagt Ananjew. Der Anteil des kanadischen Dollars an den Reserven werde anfänglich kaum mehr als 5 Prozent ausmachen, vermutet er.
David Fuller, Verleger des Investitionsbulletins "Fullermoney", nennt die kanadische Wirtschaft stark und selbstständig. Günstig für den kanadischen Dollar sei auch der langfristige "Bullen-Trend" auf den Rohstoffmärkten, vermerkt er.
In Kanada befänden sich zahlreiche Erdöl- und Bergbaugesellschaften, darunter die Barrick Gold Corp., die weltweit größte in der Goldförderung. Gestern hat der Preis einer Troy-Unze Gold mit 1185,7 Dollar einen abermaligen Rekord aufgestellt.
Quellen: "Wedomosti" und "Wremja Nowostej" vom 26.11.09.