Wirtschaft
Gazprom forciert Flüssiggas-Geschäft in USA - „Gaseta“
MOSKAU, 03. Dezember (RIA Novosti). Der russische Gaskonzern Gazprom bereitet eine „Plattform" für den Export von Flüssiggas in die USA vor, berichtet die Zeitung „Gaseta" am Donnerstag.
Zu diesem Zweck will seine amerikanische „Enkeltochter" Gazprom Marketing&Trading USA die Regasifizierungskapazitäten des Terminals Cove Point unter Vertrag nehmen. Das Unternehmen wird bereits im nächsten Jahr Zugang zu den Kapazitäten bekommen. Doch der Deal ermöglicht Gazprom nur einen strategischen Gewinn, denn Experten erwarten keinen beträchtlichen Profit von den ersten Lieferungen in die USA.
Beim Zugang zu der Regasifizierungsanlage soll GM&T USA von der norwegischen Statoil Hilfe erhalten. Vor einigen Tagen haben die beiden Unternehmen einen Vorvertrag unterzeichnet. Danach soll Statoil im kommenden Jahr dem russischen Unternehmen das Recht auf die Rückvergasung von 516 Millionen Kubikmeter Gas abtreten.
Außerdem bekommt GM&T USA die Möglichkeit, einen langfristigen Vertrag zur Nutzung des Terminals für die Lieferung von zwei Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr im Laufe von 18 bis 20 Jahren abzuschließen und von Statoil Pipeline-Gas auf den Handelsstandorten der USA zu erwerben. Die Kaufmenge soll voraussichtlich etwa eine Milliarde Kubikmeter pro Jahr betragen.
Solange konnte das russische Unternehmen auf dem US-Markt nur einige Einzeldeals auf der Grundlage von Tauschoperationen (Flüssiggas in Umtausch gegen Pipeline-Gas) abwickeln. Dennoch will Gazprom im Laufe des nächsten Jahrzehnts bis zu 10 Prozent des US-Gasmarktes einnehmen und jährlich etwa 60 Milliarden Kubikmeter liefern.
Dazu will der russische Gasriese zum Aktionär mehrerer Flüssiggasterminals an der Ostküste der USA und des Golfs von Mexico werden oder diese Kapazitäten in Pacht nehmen. Danach will er Flüssiggaslieferungen nach mittelfristigen Verträgen (bis zu drei Jahre) beginnen.
Nach der Vorhersage des US-Energieministeriums werden die Flüssiggaslieferungen in das Land bis 2025 auf 100 Milliarden Kubikmeter ansteigen. 2015 soll das Land etwa 67 Milliarden Kubikmeter Flüssiggas importieren, 2020 rund 85 Milliarden. Trotz der Krise gehört der US-Gasmarkt zu den dynamischsten.
„Ursprünglich wollte Gazprom Gas vom Schtokman-Vorkommen in die USA liefern. Doch solange das Projekt nicht verwirklicht ist, kann vermutet werden, dass Gas von Sachalin-2 nach Cove Point geliefert werden soll", sagt Analyst Dmitri Ljutjagin von Veles Capital.
Wegen dem Gasüberschuss sowohl auf dem amerikanischen als auch auf dem europäischen Markt sind die Preise für den Brennstoff erheblich gesunken. „Übermäßiger Profit ist von solchen Lieferungen bislang nicht zu erwarten. Für Gazprom ist das eher ein strategischer Sieg", sagt der Experte.

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