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Wirtschaft

Russlands Wirtschaft auf Überholspur: Gewagte Prognose von PwC – Presse

13:51 25/01/2010

MOSKAU, 25. Januar (RIA Novosti). Laut Analysten von PricewaterhouseCoopers (PwC) hat Russland gute Chancen, bis 2030 zu Europas Wirtschaftsmacht Nummer eins aufzusteigen, schreiben russische Zeitungen am Montag.

Russische Experten warnen allerdings, dass eine solche Entwicklung nur unter absolut günstigen Bedingungen möglich sei und dass solche Illusionen nach ihrer Schädlichkeit nur mit dem einstigen Versprechen der sowjetischen Führung vergleichbar seien, bis zum Jahr 1980 den Kommunismus aufzubauen.

Laut einem PwC-Bericht wird in der Zukunft die G7 (USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada) durch die neue Gruppe E7 abgelöst werden, die Länder mit neuen Entwicklungsmärkten vereinigen wird. Dazu zählen China, Indien, Brasilien, Russland, Mexiko, Indonesien und die Türkei. Die PwC-Experten erwarten, dass Russland in 20 Jahren das fünftgrößte BIP weltweit und sogar vor Deutschland die stärkste Wirtschaft in Europa haben wird.

Den Chefanalyst  vom Investitionshaus Kapital, Sergej Karychalin, erinnert die PwC-Prognose jedoch an das Versprechen des damaligen sowjetischen Staatschefs Nikita Chruschtschow auf dem 20. Parteitag der KPdSU im Jahr 1961, die Sowjetunion würde bis 1980 die USA und andere Industriestaaten nach dem Volumen der Industrieproduktion überholen und den Kommunismus aufbauen.

Selbst wenn die Kalkulationen mathematisch richtig seien, könne in den kommenden 20 Jahren viel passieren, was die wirtschaftliche Entwicklung stark beeinflussen würde, warnte er. „Russlands Bodenschätze werden sich bis 2030 höchstwahrscheinlich noch nicht erschöpfen. Die andere Frage ist, was sie zu dem Zeitpunkt kosten werden", so der Analyst.

Falls sich diese Prognose auf die Rohstoffe stütze, dann gehöre sie in den Mülleimer, stimmt der wissenschaftliche Leiter der Moskauer Wirtschaftshochschule, Jewgeni Jassin, zu. Russland dürfe sich nicht ausruhen, denn die Illusionen, alles würde sich von selbst positiv entwickeln, seien schädlich für die Russen, betonte er.

Der Leiter der „Projekts der nationalen Entwicklung", Andrej Tscherepanow, zeigte sich ebenfalls eher pessimistisch: „Wir könnten die USA nur dann überholen, wenn wir in der US-Führung unsere Agenten hätten, die den dortigen Geschäftskreisen Steine in den Weg legen würden."

Wirtschaftsexperte Nikita Kritschewski hat allerdings eine andere Meinung über die Gründe der schmeichelhaften Prognose: „Meines Erachtens geht es teilweise um die Konjunktur. PricewaterhouseCoopers hätte wohl nichts dagegen, gute Kontakte mit der russischen Führung anzuknüpfen."

Quellen: „Gaseta", "Iswestija" vom 25.01.10.

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