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Wirtschaft

Schiefergas vermasselt Exportgeschäft von Gazprom - „Kommersant“

14:13 26/01/2010

MOSKAU, 26. Januar (RIA Novosti). Das Gazprom-Management räumt ein, dass der US-Markt sich dank Schiefergas mittlerweile selbst versorgen kann, schreibt am Dienstag die Zeitung „Kommersant".

Der Überschuss an Flüssiggas untergräbt die Wettbewerbsfähigkeit des russischen Gases in der EU. Doch die Führung des russischen Gaskonzerns hat bislang keine revolutionären Ideen, wie der Trend, der die Erschließung des Schtokman-Vorkommens in Frage stellt, gestoppt werden könnte.

Heute soll der Gazprom-Aufsichtsrat die Marketingstrategie während der Finanz- und Wirtschaftskrise erörtern. Das zentrale Thema des Berichts des Vize-Vorstandsvorsitzenden von Gazprom und Leiters von Gazprom Export, Alexander Medwedew, ist die Schließung des größten Gasmarktes, nämlich des der USA.

„Vor einigen Jahren hat keine von den uns bekannten Organisationen ein schnelles Wachstum der Gasförderung in den USA vorausgesagt. Doch jetzt reden so nahezu alle Unternehmen von der Zukunftsträchtigkeit der Förderung von Schiefergas, die den globalen Gasmarkt grungdlegend verändern kann", heißt es im Dokument. Weiter heißt es, dass der Gasüberschuss in den USA bereits zur Umleitung des Flüssiggases in die EU-Länder geführt habe.

Ein Sprecher, der dem Aufsichtsrat von Gazprom nahe steht, verzeichnet, dass es für das Unternehmen in dieser Situation wichtig sei, zu entscheiden, ob es weiterhin in das Schtokman-Vorkommen investieren soll, das größtenteils auf den Verkauf von Flüssiggas auf dem US-amerikanischen und kanadischen Markt disponiert war.

Doch Medwedews Bericht enthält keine Antwort auf diese Frage. Mehr noch, der Bericht enthält alte Exportprognosen für den Zeitraum zwischen 2010 und 2012 (je 160, 163 und 170 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr), obwohl dort zugegeben wird, dass die Verbrauchsrezession bis 2012 andauern wird.

Nach Meinung von Alexander Medwedew ist die Frist, für die der Gaspreis an den Ölproduktkorb gebunden ist, das größte Hindernis für das russische Gas. Die Frist beträgt neun Monate, doch bei den Konkurrenten ist sie viel kürzer. Traditionell werde der Gaspreis für sechs Monate an den Ölproduktkorb gebunden, sagt Maxim Schejin von Brokerkreditservice. Bei manchen Verträgen betrage diese Frist drei Monate.

Michail Kortschemkin von East European Gas Analysis vertritt die Meinung, dass die Konkurrenz auf dem Markt sehr stark sein werde. „Das größte Rätsel sind die 15 Billionen Kubikmeter großen Schiefergasvorräte in Europa. Die Ausgaben für die Förderung dieses Gases werden die europäischen Preise für die nächsten zehn bis 15 Jahre bestimmen", sagt der Experte. „Wenn Gazprom das ganze Pipelinebauprogramm erfüllen wird, werden seine Transportkosten das russische Gas in Europa wettbewerbsunfähig machen."

Nach der alten Preisformel werde es keinen Verkaufswachstum geben, sagt Kortschemkin. Für Gazprom sei es jetzt effizienter, Gas zu niedrigeren Preisen zu verkaufen und mehr Einnahmen mit kleinerem Profit zu bekommen, als nichts zu verkaufen.

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