Wirtschaft
Venezuela vor Stromkollaps: Chavez fordert Investitionen und Sparmaßnahmen
MOSKAU, 1. Februar (RIA Novosti). Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat die Pläne zur Gründung eines Sonderfonds in Höhe von mindestens einer Milliarde US-Dollar zur Unterstützung der nationalen Energiewirtschaft bekannt gegeben.
Dies berichtet die venezolanische Zeitung Universal am Montag.
Nach Worten des lateinamerikanischen Spitzenpolitikers soll dieses Geld in die Entfaltung von 59 Projekten zur Stromerzeugung und -übertragung und von 50 Projekten zur Wartung und Reparatur von Energieanlagen fließen.
Seit mehreren Monaten steht Venezuela an der Schwelle einer beispiellosen Energiekrise. Diese wurde vom Klimaphänomen El Nino hervorgerufen, das in der Regenzeit - von Mai bis November - praktisch keine Niederschläge zuließ. Der Wasserpegel im Stausee des Wasserkraftwerkes Guri im südlichen Departement Bolivar, das 73 Prozent des Stroms im Lande erzeugt, sank um zehn Meter.
Eine weitere Senkung des Wasserpegels kann laut dem staatlichen Energieunternehmen Corpoelec im Energiesystem des Landes bereits im Mai zu einem Collaps führen.
Nach einem Vorschlag des Energieunternehmens beschlossen die Behörden eine Reduzierung des Stromverbrauchs um 1700 Megawatt. Ungeachtet der rigorosen Maßnahmen ist es bis jetzt gelungen, den Stromverbrauch lediglich um 980 Megawatt zu kürzen.
Um den Stromverbrauch zu reduzieren, wurden Einschränkungen für Handels- und Unterhaltungszentren sowie für Industriebetriebe eingeführt und Präsident Hugo Chaver rief das Volk zu Sparmaßnahmen auf.
Bereits vorher war der Regierungsbeschluss über vierstündige Fächerabschaltungen alle zwei Tage in allen Regionen des Landes mit Ausnahme der Hauptstadt in Kraft getreten.
Um den Strombedarf des Landes zu decken, sind dringende Investitionen in diesem Bereich in Höhe von rund 18 Milliarden Dollar notwendig.

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