Wirtschaft
Waffen und Energieprojekte: Russland und Sri Lanka machen gemeinsame Sache - „Kommersant“
MOSKAU, 09. Februar (RIA Novosti). Der lange am Rande der russischen Handels- und Wirtschaftsinteressen in Südasien gelegene Inselstaat Sri Lanka wird zu einem wichtigen Partner Moskaus, schreibt die Zeitung „Kommersant" am Dienstag.
Der srilankische Präsident Mahinda Rajapaksa hat seinem russischen Amtskollegen Dmitri Medwedew vorgeschlagen, gemeinsame Forschungsprojekte in den Küstengebieten zur Erkundung sowie zur Gewinnung von Kohlenwasserstoffen in die Wege zu leiten. Nach Angaben von Quellen haben beide Seiten auch einen Kredit von300 Millionen US-Dollar für den Kauf russischer Waffen vereinbart.
Es waren bereits acht Öl- und Gasblocks im Mannar-Becken vor der nordwestlichen Küste von Sri Lanka bestimmt worden. Bis vor kurzem waren diese Gebiete von den separatistischen Tamil-Rebellen kontrolliert worden, die sich um einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden der Insel kämpften. Die Rebellen waren im Mai vergangenen Jahres endgültig zerschlagen worden.
Auf Sri Lanka gibt es keine erkundeten Kohlenwasserstoffvorkommen. Die Grundlage des Energiesektors bilden Brennstoffproduktion aus Biomasse (48 Prozent des Energieverbrauchs) sowie der Ölimport (44 Prozent).
Der russische Energiekonzern Gazprom wurde beauftragt, den Srilankanern bei der geologischen Erkundung sowie bei der Förderung zu helfen. (Gestern besuchte Rajapaksa die Gazprom-Zentrale und traf sich mit dem Vorstandschef Alexej Miller). Details der Vereinbarungen wurden nicht mitgeteilt.
Den Durchbruch bildete vor allem das während des Moskau-Besuchs des srilankischen Präsidenten unterzeichnete Abkommen über einen Kredit von 300 Millionen US-Dollar mit einer Inanspruchnahmefrist von fünf Jahren und einer Rückzahlungsfrist von zehn Jahren. Sri Lanka nutzt den Kredit, um russische Militärmaschinen sowie Maschinen doppelter Bestimmung zu kaufen, so Russlands Vizefinanzminister Dmitri Pankin.
Es handele sich vor allem um den Kauf von russischen Militärtransport- und Kampfhubschraubern, so eine Quelle aus dem russischen Waffenexporteur Rosoboronexport.
Derzeit besitzen die srilankischen Luftstreitkräfte „die Hubschrauber MI-17 sowie MI-24, dennoch wollen sie mehr haben", sagte Gotabaya Rajapaksa, Sri Lankas Verteidigungsminister und Bruder des Präsidenten.
„Die srilankischen Militärs wollen anscheinend das Geld für die Wiederherstellung des materiellen Bestandteils ihrer Armee ausgeben, die im Laufe des Kampfes gegen die tamilischen Rebellen empfindliche Verluste erlitten", betonte Michail Barabanow, Chefredakteur des Fachmagazins „Moscow Defense Brief". „Sri Lanka braucht starke Streitkräfte für den Fall eines neuen tamilischen Aufstandes", so Barabanow.

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