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Wirtschaft

Trotz Versöhnung mit Ukraine: Gazprom hält an South-Stream-Pipeline fest – „Nesawissimaja Gaseta“

14:19 09/02/2010

MOSKAU, 09. Februar (RIA Novosti). Der Boom am weltweiten Flüssiggasmarkt, neue Gasquellen und der weitere Rückgang der Gaspreise werden nach Vorhersagen von Wirtschaftsexperten die Exporteure zu einer Neuordnung ihres Geschäfts bewegen, schreibt am Dienstag die „Nesawissimaja Gaseta".

Auch der russische Gasmonopolist Gazprom sollte sich nach Meinung von Experten flexibel zeigen und kostenspielige und riskante Projekte wie die Pipeline South Stream anders betrachten. Doch ihrer Meinung nach wird die Leitung des Konzerns kaum darauf eingehen.

Analyst Valeri Nesterow von Troika Dialog hat die Meinung geäußert, dass die Pipeline, deren Wirtschaftlichkeit fraglich ist, die Gesamtauslastung des Gasexportsystems senken werde. Die Pipeline soll Russlands Unabhängigkeit vom Gastransit durch die Ukraine gewährleisten.

Gazprom bringe zunehmend mehr Verständnis für die aufkommenden Probleme auf, sagt Nesterow. „Es gibt Anzeichen, die die Gazprom-Leitung dazu bringen sollten, dieses Projekt mal unter die Lupe zu nehmen. Genauso wie sie es mit Schtokman und Jamal getan und die Frist für deren Verwirklichung verschoben hat. Wahrscheinlich kann das genau als Flexibilität bezeichnet werden."

Doch was South Stream betreffe, so werde es sehr schwierig fallen, den Rückwärtsgang einzulegen, selbst wenn die Beziehungen mit der Ukraine besser werden sollten, sagt der Experte. South Stream befindet sich gegenwärtig in einer fortgeschrittenen Phase. Dafür sind bereits Gelder ausgegeben und Abkommen auf Regierungsebene abgeschlossen worden.

Es sei kompliziert, eindeutig über das Schicksal von South Stream zu urteilen, doch gegenwärtig gebe es mehr Chancen auf seine Verwirklichung, sagt Nesterow. Es kann sein, dass die Pipeline in einem kleineren Ausmaße gebaut werde.

Michail Krutichin, Mitinhaber des Beratungsunternehmens RusEnergy, glaubt überhaupt nicht an Gazproms Flexibilität. „Die Verschiebung der Fristen für Schtokman und Jamal rührt einzig daher, dass dem Konzern einfach das Geld fehlt, das er in die Förderung investieren könnte", sagt Krutichin. „Der Konzern hat in allen seinen Existenzjahren nur zwei neue Vorkommen erschlossen, nämlich Sapoljarnoje und Juschno-Russkoje. Alles andere wurde anderen Unternehmen weggenommen oder in neue Pipelines investiert".

Außerdem werde Gazprom auf keinen Fall auf South Stream verzichten, selbst wenn die Idee eines Gastransportkonsortiums mit der Ukraine unter der Schirmherrschaft Deutschlands oder der EU wirklichkeitsnaher werden sollte. „In der Ukraine gibt es außerordentlich viele Politiker, die jede Entscheidung zum Gastransportsystem sabotieren werden", sagt Krutichin.

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