RIA Novosti

Kein Gas für Nabucco-Projekt - Experte

14:36 23/02/2010

Das Gaspipeline-Projekt Nabucco ist dem europäischen Russland- und GUS-Experten Alexander Rahr zufolge wegen des Fehlens von Erdgas zum Befüllen der Rohrleitung in eine Sackgasse geraten.

BAKU, 23. Februar (RIA Novosti). Das Gaspipeline-Projekt Nabucco ist dem europäischen Russland- und GUS-Experten Alexander Rahr zufolge wegen des Fehlens von Erdgas zum Befüllen der Rohrleitung in eine Sackgasse geraten.

Das Projekt sieht den Transport von Erdgas aus der Kaspi-Region über Aserbaidschan, Georgien, die Türkei, Bulgarien, Ungarn, Rumänien und Österreich unter Umgehung Russlands vor. Die Jahreskapazität der Pipeline soll 31 Milliarden Kubikmeter betragen.

Wie der Experte am Dienstag in einem Interview für die Bakuer Nachrichtenagentur 1news sagte, hat Russland mehrere Balkan-Länder dazu sehr geschickt und erfolgreich überredet, sich dem Projekt South Stream anzuschließen. Sehr erfolgreiche Verhandlungen zur Gaspipeline South Stream würden zwischen der Türkei und Russland geführt. Auch die in der ukrainischen Führung eingetretenen Veränderungen zeugten davon, dass sie bereit sei, russische Firmen im Land zu engagieren, so Rahr.

Ihm zufolge verkauft Turkmenien sein sämtliches Erdgas an Russland oder China, so dass nur noch aserbaidschanisches Gas für die Nabucco-Leitung übrig bleibe.

„Aserbaidschan verkauft jetzt Erdgas in großen Mengen direkt an Russland oder Iran. Daher gibt es jetzt kein Erdgas für die Nabucco-Leitung“, fügte der Experte hinzu. „Im Westen wird damit gerechnet, Nabucco mit irakischem Gas zu befüllen. Doch die Situation im Irak ist instabil… und es ist fraglich, ob ausreichende Gasmengen auf den europäischen Markt geliefert werden könnten.“

„Das ist aber die einzige Chance für Nabucco, eine andere Chance gibt es nicht“, resümierte der Experte.

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