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Kroatien besiegelt Beteiligung an South-Stream-Pipeline - MEHR

17:47 02/03/2010

Kroatien ist offiziell dem russischen Pipelineprojekt South Stream beigetreten.

MOSKAU, 02. März (RIA Novosti). Kroatien ist offiziell dem russischen Pipelineprojekt South Stream beigetreten. Beide Staaten unterzeichneten am Dienstag ein entsprechendes Regierungsabkommen.

Unter die Vereinbarung setzten der russische Energieminister Sergej Schmatko und der kroatische Wirtschaftsminister Djuro Popijac im Beisein der Ministerpräsidenten beider Staaten, Wladimir Putin und Jadranka Kosor, ihre Unterschriften.

Kroatiens Gasverbrauch beträgt rund 3,2 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Rund 60 Prozent davon werden aus Eigenproduktion gedeckt, der Rest wird aus Russland importiert. Laut Gazprom-Chef Alexej Miller könnte entweder aus Serbien oder aus Slowenien eine Abzweigung nach Kroatien gebaut werden.

Die South-Stream-Pipeline werde die Gasversorgung Europas stabiler machen und allen Projektteilnehmern Profite bringen, sagte der russische Regierungschef Wladimir Putin nach Gesprächen mit der kroatischen Kollegin Jadranka Kosor. Nach seinen Worten wurde bei den Treffen zudem über eine Integration der Ölpipelines Freundschaft und Adria gesprochen.

Kosor sagte ihrerseits, die heutige Vereinbarung schaffe den rechtlichen Rahmen für den Einstieg Kroatiens in dieses Projekt. Ihr zufolge soll zur Projektabwicklung ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, das von Russland und Kroatien paritätisch geführt werden soll. Ihr Land möchte mehr russisches Gas beziehen, nachdem der geltende Liefervertrag Ende dieses Jahres abgelaufen sei, betonte die kroatische Ministerpräsidentin.

Über die Gaspipeline South Stream, die teils auf dem Festland, teils auf dem Grund des Schwarzen und des Adriatischen Meeres gebaut wird, soll Erdgas aus Russland direkt nach Südeuropa strömen.

Die Rohrleitung mit einer Jahresleistung von 63 Milliarden Kubikmetern soll 35 Prozent der gesamten russischen Gaslieferungen nach Europa sicherstellen und die Abhängigkeit von den Transitstaaten verringern. Der erste Strang soll aus dem russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk nach Varna (Bulgarien) gebaut werden. Außerdem sind zwei Stränge nach Italien und Österreich geplant.

Das Projekt mit einem geschätzten Investitionsbedarf von 25 Milliarden Euro wird vom russischen Staatskonzern Gazprom gemeinsam mit dem italienischen Unternehmen Eni abgewickelt. Zudem wurde ein Einstieg des französischen Energieunternehmens EdF vereinbart.

Die Pipeline soll 2015 in Betrieb gehen. Zuvor hatten bereits Bulgarien, Serbien, Ungarn, Griechenland und Slowenien durch die Unterzeichnung entsprechender Regierungsabkommen mit Russland ihre Unterstützung für das Projekt zum Ausdruck gebracht.

 

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