
BAKU, 10. März (RIA Novosti). Das deutsche Energieunternehmen RWE verstärkt sein Engagement in Aserbaidschan: Nachdem der Essener Konzern eine Niederlassung im Kaukasus-Staat eröffnet hat, will er nun im aserbaidschanischen Sektor Kaspischen Meeres nach Gas bohren.
Am Mittwoch unterzeichnete RWE mit dem aserbaidschanischen Öl- und Gasunternehmen SOCAR eine Absichtserklärung zur Ausarbeitung eines Vertrages über die Ausbeutung des Gasfeldes Nachitschewan, berichtete die Agentur Trend aus Baku.
Laut SOCAR-Chef Rownag Abdullajew soll binnen einem Jahr ein PSA-Vertrag (Production Sharing Agreement) geschlossen werden, wonach die Erkundungsarbeiten beginnen sollen.
Aserbaidschan hatte bereits 1997 mit ExxonMobil einen Vertrag zur Abbau des Nachitschewan-Feldes unterzeichnet. Nach umfassenden Erkundungsarbeiten gab der amerikanische Mineralölkonzern das Projekt jedoch als nicht perspektivisch auf.
Nach SOCAR-Angaben zeugen die Ergebnisse der Bohrungen jedoch davon, dass Nachitschewan doch ausreichende Gasvorräte habe. Die Reserven werden auf bis zu 300 Milliarden Kubikmeter Gas und 40 Millionen Tonnen Gaskondensat geschätzt.
RWE ist einer der sechs Aktionäre der Gaspipeline Nabucco. Dieses von der EU und den USA unterstützte Projekt sieht Gaslieferungen aus Zentralasien unter Umgehung Russlands nach Europa vor. Bereits im vergangenen Jahr hatte RWE mit der RWE Dea Azerbaijan Branch eine Niederlassung in Aserbaidschan gegründet und ein Büro in der Hauptstadt Baku eröffnet.
Aufteilung des Kaspischen Meeres. INFOgraphiken