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Trotz Sanktionen: Russland macht weiter Geschäfte mit dem Iran - "GZT.RU"

13:16 15/07/2010

Russland hat dem Iran eine Energie-"Road Map" vorgeschlagen, um die Strafmaßnahmen gegen die Islamische Republik etwas abzumildern, berichtet das Internetportal "GZT.RU" am Mittwoch.

MOSKAU, 15. Juli (RIA Novosti). Russland hat dem Iran eine Energie-"Road Map" vorgeschlagen, um die Strafmaßnahmen gegen die Islamische Republik etwas abzumildern, berichtet das Internetportal "GZT.RU" am Mittwoch.

Moskau bietet Teheran, Benzin zu liefern und weiter im zivilen Atombereich zu kooperieren. Russland will nach seiner Annäherung an den Westen Iran offenbar weiter als Partner behalten.

Am 14. Juli verkündete Russlands Energieminister Sergej Schmatko nach einem Treffen mit dem iranischen Ölminister Masud Mirkazemi, dass an einer "Road Map" gearbeitet werde, die vor allem die Öl- und Gaswirtschaft betreffe.

Russland und Iran einigten sich darauf, eine gemeinsame Bank zur Unterstützung und Realisierung von Projekten in der Öl- und Gasindustrie zu gründen. Zudem sollen mehrere branchengebundene Joint Ventures ins Leben gerufen und ein Teil der Öl- und Gasrohstoffe an die Börse gebracht werden. Beide Seiten betonten, dass Russland und Iran zu den größten Öl- und Gasproduzenten gehören und dass die Errichtung eines Nord-Süd-Transportkorridors den Öl- und Gasprojekten neue Möglichkeiten bieten werde.

Außerdem sicherten die russischen Vertreter der iranischen Delegation zu, ebenfalls eine „Road Map" für die Atomenergie- und Stromwirtschaft zu konzipieren. Wie Schmatko behauptet, würden weder die UN-Sanktionen gegen den Iran, die Russland am 9. Juni unterstützte, noch die US-Sanktionen von Anfang Juli ein Hindernis für die Projekte darstellen.

Nach Ansicht von Jewgeni Satanowski, Präsident des Moskauer Nahost-Instituts, hat Russland in der Tat alle Möglichkeiten, die Sanktionen zu umgehen. "Während der Verhandlungen über die Sanktionen des Sicherheitsrates bestand China darauf, Erdöl und Gas aus dem Dokument auszuklammern", erklärte der Experte. Russland werde es gelingen, die US-Sanktionen, die mit der Einstellung der Kooperation mit allen ausländischen Partnern Irans drohen, zu umgehen, wenn Firmen mit dem Iran zusammenarbeiten, die im Westen keine Verbindungen haben.

"Jetzt wird mit dem Iran im Ölbereich nicht mehr Lukoil, Partner des größten amerikanischen Konzerns ConocoPhillips, zusammenarbeiten, sondern ein anderes Unternehmen mit einem ganz anderen Namen kooperieren", so der Experte. Nachdem die Sanktionen verhängt wurden, haben BP, Royal Dutch Shell und Total dem Iran den Rücken gekehrt.

"Das heute geschlossene russisch-iranische Abkommen fördert Russlands strategische und ökonomische Interessen", sagte Satanowski. "Iran wird nicht immer dem Westen gegenüberstehen, das ist nur eine abermalige Etappe der politischen Evolution des Regimes nach der islamischen Revolution. Russland zieht diese Möglichkeit in Betracht und kümmert sich um seine pragmatischen Interessen."

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