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Wirtschaft

Gazprom betrachtet Nabucco nicht als konkurrierendes Projekt

21:11 30/07/2010

BERLIN, 30. Juli (RIA Novosti). Der russische Konzern Gazprom betrachtet Nabucco nicht als ein konkurrierendes Projekt und hat auch nicht die leiseste Absicht, es in Misskredit zu bringen.

Das erklärte Gazprom-Vizevorstand und Chef der Gazprom-Tochter Gazprom Export, Alexander Medwedew, am Freitag in Berlin. "Wir haben keine Pläne, die Rolle von Nabucco zu bagatellisieren… Mögen die Teilnehmer (dieses Projekts) es schaffen, Gas für Nabucco zu finden und ein gutes Leitungsteam zu bilden. Das (russisch-italienische) Gasprojekt South Stream hat das alles schon", sagte Medwedew.

Für den Bau der Nabucco-Leitung, über die Erdgas von Feldern im Kaspischen Meer via Türkei und Balkan in Umgehung Russlands nach Zentraleuropa gepumpt werden soll, wurde bereits das Konsortium Nabucco Gas Pipeline International GmbH gegründet. Gesellschafter des Projekts sind die OMV Gas & Power GmbH (Österreich), MOL (Ungarn), Bulgargaz (Bulgarien), Transgaz (Rumänien), Botas (Türkei) und die RWE Supply & Trading GmbH (Deutschland) mit einem Anteil von jeweils 16,67 Prozent.

Die rund 3300 Kilometer lange Pipeline soll eine Durchsatzkapazität von 31 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr haben. Die Inbetriebnahme ist für 2014 geplant. Baubeginn ist 2010. Die 7,9 Milliarden teure Pipeline soll im Grunde genommen eine Verlängerung der Leitung Baku-Tiflis-Erzurum sein. Zwei Drittel der Röhre sollen durch das türkische Gebiet führen.

Über die Gaspipeline South Stream zwischen Russland und Italien soll Südeuropa mit Erdgas versorgt werden. Das Projekt hat einen geschätzten Wert zwischen 8 und 25 Milliarden Euro.

Die ersten Lieferungen sind für 2015 geplant. Ein 900 Kilometer langer Teil der Leitung - zwischen der russischen und der bulgarischen Schwarzmeerküste - wird auf dem Meeresgrund in einer Tiefe von bis zu 2000 Meter verlegt. Die geplante Durchsatzkapazität der Pipeline beträgt 63 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Das sind etwa 35 Prozent des gesamten europäischen Gasbedarfs. Die Leitung soll die Abhängigkeit von Transitländern, vor allem von der Ukraine und der Türkei, verringern.

Die Machbarkeitsstudie für die Leitung soll im Februar 2011 vorliegen. Für den Bau der Landabschnitte der Pipeline im Ausland hatte Russland bereits Regierungsabkommen mit Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Österreich, Serbien, Slowenien und Ungarn unterzeichnet.

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