RIA Novosti

Wirtschaft

Russland will erfolglose Investoren aus Sonderwirtschaftszonen verbannen - „RBC Daily"

13:23 02/08/2010

MOSKAU, 02. August (RIA Novosti). Russlands Ministerium für Wirtschaftsentwicklung will beim Aufbau der Sonderwirtschaftszonen einen neuen Kurs einschlagen, schreibt die Zeitung „RBC Daily" am Montag.

 Zuerst sollen erfolglos tätige Investoren die Zonen verlassen. Dazu zählen rund zehn Prozent der dort ansässigen Unternehmen. Im Verlauf von zwei Jahren sollen Großunternehmen wie Nokia oder Microsoft an ihre Stelle treten. Doch Experten warnen, dass das nicht einfach sein werde: Die russischen Sonderwirtschaftszonen böten bislang nicht die besten Arbeitsbedingungen.

Die Leitung der „Offenen Aktiengesellschaft Sonderwirtschaftszonen" (OEZ), die sich mit der infrastrukturellen Entwicklung und Verwaltung der Sonderwirtschaftszonen befasst, will eine Liste von Investoren erstellen, die seit ihrer Niederlassung in den Wirtschaftszonen wenig geschafft haben. Nach Kalkulationen des Verwaltungsunternehmens liegt ihr Anteil nicht höher als 10 bis 15 Prozent.

Das Gesetz über Sonderwirtschaftszonen wurde vor fünf Jahren verabschiedet. In dieser Zeit wurden 16 Zonen geschaffen. Der Bau der Infrastruktur der Zonen hat bislang 45 Milliarden Rubel gefordert (1 Euro = rund 39 Rubel), die ansässigen Unternehmen versprechen rund 200 Milliarden Rubel an Investitionen (Angaben vom 1. Juli).

Russland setzt viel Hoffnung auf die Sonderwirtschaftszonen. Igor Kossow, Generaldirektor von OAO OEZ, brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass die russischen Sonderwirtschaftszonen in fünf Jahren Weltniveau erreichen werden. Wirtschaftsministerin Elvira Nabiullina sagte, dass die Zonen zu einem begehrten und wichtigen Instrument bei der Anlockung von Investitionen in die Regionen geworden seien.

Nach Plänen der Verwaltungsgesellschaft sollen im binnen höchstens zwei Jahren ein oder zwei Großinvestoren in den Zonen ansiedeln. Die Verwalter bauen auf Unternehmen aus der „Fortune"-Liste. „So erfolgreich die kleinen Unternehmen ihre Geschäfte auch gestalten mögen, müssen große Spieler, beispielsweise Nokia oder Microsoft, präsent sein, damit die Zonen gut funktionieren", sagten Vertreter der OEZ. Die Industriezonen hoffen besonders auf ausländische Akteure, weil sie verstehen, dass westliche Unternehmen viel größeres Potential und viel mehr Ressourcen für zukunftsfähige Betriebe haben.

 „Als die Wirtschaftszonen entstanden, bemühten sich die lokalen Behörden, sie mit vertrauten Unternehmen zu füllen. Jetzt, nach drei bis vier Jahren, ist offensichtlich geworden, dass viele von ihnen ihren Pflichten nicht nachkommen können. Deswegen will die neue Leitung der Wirtschaftszonen die Tätigkeit dieser Investoren ernsthaft unter die Lupe nehmen. Die Gegenmaßnahmen können sich unterschiedlich gestalten. Selbst ein Ausschluss aus der Wirtschaftszone kann in Frage kommen", hieß es bei der OEZ.

 „Es ist ein natürlicher Prozess: Wenn die Unternehmen die Bedingungen nicht erfüllen können, müssen die Verträge revidiert werden", sagte Natalia Orlowa, Chefvolkswirtin von Alfa-Bank. Doch die Krise habe den Marktführern einen Strich durch die Rechnung gemacht, sagt sie. Jetzt sei die Aufgabe, langfristige Investoren anzulocken, gar nicht einfach, weil sehr vieles von der auswärtigen Konjunktur abhänge.

  • Add to blog
  • Send to friend
  • Share

in den Blog einfügen

Sie können den Link in Ihren Blog kopieren.

Video-Code:

Vorschau:

RIA NovostiRussland will erfolglose Investoren aus Sonderwirtschaftszonen verbannen - „RBC Daily'

13:23 02/08/2010 Russlands Ministerium für Wirtschaftsentwicklung will beim Aufbau der Sonderwirtschaftszonen einen neuen Kurs einschlagen, schreibt die Zeitung „RBC Daily" am Montag.>>

per E-Mail versenden

bitte alle Felder ausfüllen!

Artikel teilen

Digg Digg FacebookTwitter Twitter



  Рейтинг@Mail.ru   Rambler's Top100  
© 2012 RIA Novosti