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Reformen auf Kuba: Raul Castro will eine Million Arbeitsplätze streichen

16:20 02/08/2010

„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ - dieses Prinzip ist der beginnenden Wirtschaftsreform auf Kuba zugrunde gelegt. Wie der kubanische Staatschef Raul Castro am Sonntag mitteilte, beginnt in den Staatsunternehmen des Landes eine schrittweise Kürzung der Arbeitsplätze.

HAVANNA, 02. August (RIA Novosti). „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ - dieses Prinzip ist der beginnenden Wirtschaftsreform auf Kuba zugrunde gelegt. Wie der kubanische Staatschef Raul Castro am Sonntag mitteilte, beginnt in den Staatsunternehmen des Landes eine schrittweise Kürzung der Arbeitsplätze.

„Nach monatelangen Forschungen zum Zweck der Erneuerung des kubanischen Wirtschaftsmodells hat der Ministerrat eine Reihe von Maßnahmen zu einer schrittweisen Kürzung überflüssiger Arbeitsplätze in Betrieben des staatlichen Sektors beschlossen“, erklärte der Vorsitzende des Staats- und des Ministerrates der Republik Kuba, Raul Castro, am Sonntag vor dem kubanischen Parlament.

Zu einem früheren Zeitpunkt hatte Raul Castro darauf verwiesen, dass die Zahl der überflüssigen Arbeitsplätze in kubanischen Betrieben eine Million erreicht hat.

Die Reform auf Kuba betrifft somit jeden Fünften (hier leben fünf Millionen Bürger im erwerbsfähigen Alter).

Die erste Etappe der Wandlungen in der kubanischen Wirtschaft soll Castro zufolge im ersten Quartal 2011 abgeschlossen werden. Die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen in den wichtigsten Betrieben des Staates werden sich grundlegend ändern müssen.

Raul Castro will damit auf das Prinzip des Paternalismus verzichten, das nach seinen Worten „die Notwendigkeit, zu arbeiten um zu leben, nicht stimuliert“. Zudem werden solche „unproduktive Ausgaben“ wie gleiche Entlohnung für alle, unabhängig von den Arbeitsjahren, und Subventionen für nicht Beschäftigte gekürzt.

Das bedeute jedoch nicht, dass jemand „dem Schicksal überlassen“ werde, so Castro.

„Der sozialistische Staat wird diejenigen, die wirklich nicht arbeiten können, für ein würdiges Leben mit Mitteln der Sozialfürsorge unterstützen“, versicherte der kubanische Staatschef.

Gleichzeitig verwies er auf die Notwendigkeit, „ sich für immer von der Vorstellung zu verabschieden, dass Kuba das einzige Land in der Welt ist, wo man leben kann ohne arbeiten zu müssen“.

In seiner Rede vor den Parlamentariern teilte Castro auch mit, dass Kuba die Möglichkeiten für das individuelle Unternehmertum in einigen Bereichen erweitern wird. Zugleich werde der sozialistische Charakter der Staatsordnung nicht angetastet.

 

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