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Nach Dürre: Russlands Wirtschaft droht Durststrecke - „Gazeta.Ru“

Thema: Extreme Hitze beeinträchtigt Leben in Russland

Nach Dürre: Russlands Wirtschaft droht Durststrecke
13:39 27/08/2010
MOSKAU, 27. August (RIA Novosti).

 

Wegen der Hitze und Dürre ist das Bruttoinlandsprodukt in Russland um 0,7 bis 0,8 Prozent zurückgegangen, berichtet die Online-Zeitung „Gazeta.Ru“ am vergangenen Mittwoch.

Das Wirtschaftswachstum kann zum Jahresende bei lediglich 3,7 Prozent liegen. Laut dem russischen Vizewirtschaftsminister Andrej Klepatsch werden die direkten Verluste der russischen Wirtschaft wegen der Hitze und Dürre in diesem Jahr zwischen 0,4 und 0,5 Prozent betragen. Hätte es keine Dürre gegeben, würde das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr zwischen 4,4 und 4,7 Prozent liegen. Das Ministerium erwartet,  dass das BIP in diesem Jahr um vier Prozent wachsen wird. Dennoch kann das Wachstum nicht so hoch sein - nur zwischen 3,6 und 3,8 Prozent.

Dürre und Hitze haben sowohl die Landwirtschaft als auch die Industrie beeinflusst. Viele Unternehmen haben den Betrieb wegen der extrem hohen Temperaturen eingestellt. Laut dem stellvertretenden Landwirtschaftsminister Alexander Petrikow wird der durch die Dürre verursachte Schaden in der Landwirtschaft auf 32,7 Milliarden Rubel (1 Euro = ca. 39 Rubel) geschätzt.

Bei einem prognostizierten nominalen BIP in Höhe von rund 44,8 Billionen Rubel kann der durch die Dürre verursachte Gesamtschaden  310 bis 360 Milliarden Rubel (10,3 bis 12 Milliarden US-Dollar) ausmachen.

Im Juli habe es eine Pause im Wirtschaftswachstum gegeben, sagte Klepatsch. „Bereits vor dem Ausbruch der Dürre begann im Juli eine saisonale Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, die vor allem mit dem saisonalen Rückgang im Bausektor zusammenhängt“, sagte Natalia Orlowa, Chefökonomin der Alfa-Bank. „Die Zahlen vom August werden ebenfalls nicht sehr gut sein: Die Unternehmen haben in der Hitze entweder gar nicht gearbeitet oder einen Kurzarbeitstag eingeführt“, so Orlowa.

Dennoch ist im Herbst die Wiederbelebung des Industriewachstums zu erwarten. Laut dem Wirtschaftsministerium wird die Industrieproduktion in diesem Jahr um 7,6 Prozent statt der früher prognostizierten 2,7 Prozent wachsen. Die Experten sind jedoch nicht so optimistisch gestimmt. „Der Sommerrückgang wird anscheinend die Ergebnisse des 3. Quartals beeinflussen. Erst im 4. Quartal ist eine Verbesserung zu erwarten. Am stärksten hat die Dürre den Agrarsektor beeinflusst. Laut Prognosen wird die Ernte in diesem Jahr 60 Millionen Tonnen statt den vorjährigen 100 Tonnen ausmachen“, sagte Nikolai Podlewskich, Chefanalyst bei Zerich Capital Management.

Der Agrarsektor mache rund drei Prozent vom BIP aus. Die Ernteverluste könnten einen BIP-Rückgang in Höhe von einem Prozent verursachen. Im zweiten Halbjahr sei kaum eine Beschleunigung zu erwarten, sagte Orlowa.

Russland wird kaum die riesigen Verluste des vergangenen Jahres ausgleichen können. Im vergangenen Jahr ging das BIP um 7,9 Prozent zurück. Zudem habe sich das Preiswachstum beschleunigt, so viele Experten. Wegen der Dürre sind die Inflationsrisiken deutlich gestiegen. Das Wirtschaftsministerium prognostiziert in diesem Jahr eine Inflationsrate von sieben Prozent (gegenüber den vorjährigen 8,8 Prozent).

 

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