Wirtschaft
Russischer Milliardär Mordaschow will Sperrminorität beim TUI-Reisekonzern
Russischer Milliardär Mordaschow will Sperrminorität beim TUI-Reisekonzern
© Photo tui.ruRussischer Milliardär Mordaschow will Sperrminorität beim TUI-Reisekonzern
© RIA Novosti. Wladimir WyatkinMOSKAU, 30. August (RIA Novosti).
Der russische Milliardär Alexej Mordaschow will seine Beteiligung an Europas größtem Reisekonzern TUI auf eine Sperrminorität ausbauen.
Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters am Montag unter Berufung auf das deutsche Kartellamt. Mordaschow, dem das Stahlimperium SeverStal gehört, wisse noch keine genauen Kauftermine, hieß es. Nach Angaben seiner Beteiligungsgesellschaft S-Group Capital Management soll das bisherige Paket von etwa 18 Prozent auf 25 bis 30 Prozent ausgebaut werden. Entsprechende Anträge seien bei den Kartellämtern in Deutschland und Österreich eingereicht worden. S-Group kauft seit 2007 Aktien des deutschen Reiseunternehmens.
Der zweitgrößte TUI-Aktionär - der Norweger John Fredriksen - hatte seinen Anteil mittlerweile von 19 Prozent auf 15,7 Prozent reduziert. Er hat hat keine Pläne, seine Aktien an Mordaschow zu verkaufen. Fredriksen ist seit etwa eineinhalb Jahren im Konflikt mit dem TUI-Management bezüglich der Entwicklungsstrategie und der Unternehmensführung. Bei den Auseinandersetzungen mit dem norwegischen Reeder hatte Mordaschow in dieser Zeit dem TUI-Konzern stets der Rücken gestärkt.
Die TUI-Tochter TUI Travel und Mordaschows S-Group waren vor etwa einem Jahr mit einem Joint Venture in Russland an den Start gegangen. Daran ist TUI Travel mit 49 Prozent beteiligt.
Seit Beginn 2010 ist in Russland die neue Dachmarke TUI Russia etabliert. Das Gemeinschaftsunternehmen von TUI Travel und der S-Group ist mit 75 Prozent an den russischen Reiseveranstaltern Mostravel und VKO sowie am ukrainischen Reisebüro Voyage Kiew beteiligt. TUI war schon seit längerem mit 34 Prozent an Mostravel beteiligt gewesen.
Nach Bekanntgabe der Mordaschow-Pläne legte die TUI-Aktie zum Handelsauftakt am Montag um 5,4 Prozent auf 7,98 Euro zu. Seit Anfang Juli ist das Papier um mehr als zehn Prozent teurer geworden.

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