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Iranischer Öllieferstopp noch vor EU-Ölembargo? - „Financial Times“

15:40 26/01/2012

Die iranischen Parlamentarier billigen möglicherweise am kommenden Sonntag, noch bevor das geplante Ölembargo der EU gegen den Iran in Kraft tritt, einen Gesetzentwurf über die vollständige Einstellung der Öllieferungen aus dem Iran in europäische Länder, schreibt die Zeitung „Financial Times“ am Donnerstag unter Berufung auf Emad Hosseini, Sprecher des iranischen Parlamentsausschusses für Energetik.

Die iranischen Parlamentarier billigen möglicherweise am kommenden Sonntag, noch bevor das geplante Ölembargo der EU gegen den Iran in Kraft tritt, einen Gesetzentwurf über die vollständige Einstellung der Öllieferungen aus dem Iran in europäische Länder, schreibt die Zeitung „Financial Times“ am Donnerstag unter Berufung auf Emad Hosseini, Sprecher des iranischen Parlamentsausschusses für Energetik.

„Sollte der Gesetzentwurf gebilligt werden, wird die Regierung verpflichtet sein, den Verkauf von Erdöl an Europa einzustellen, ehe die EU ihr Ölembargo gegen den Iran verhängt“, so Hosseini.

Die Zeitung „Tehran Times“ bringt dazu die Meinung eines weiteren Abgeordneten des iranischen Parlaments, Nasser Soudani, dem zufolge die vom Westen beschlossenen Sanktionen Europa selbst schwer treffen werden. Laut Soudani können die europäischen Länder das iranische Erdöl durch nichts ersetzen. Zudem werde das Ölembargo gegen den Iran eine wesentliche Preiserhöhung für das „schwarze Gold“ auslösen. Die Europäer würden in einer oder anderen Weise iranisches Erdöl über Vermittler kaufen müssen, wodurch die Kosten wesentlich steigen würden, so das Blatt.

„Warum sollten wir nicht jetzt schon unseren Ölexport in Länder Europas einstellen und uns an andere zahlreiche Auftraggeber wenden, die bereit wären, (iranisches Öl) zu kaufen?“, fragt die iranische Zeitung „Kayhan“.

Die Außenminister der 27 EU-Mitglieder hatten am vergangenen Montag einem Lieferverbot gegen iranisches Erdöl zugestimmt. Das neue Paket von Sanktionen, das unter anderem einen schrittweises Importverbot für Öl und Ölprodukte aus dem Iran vorsieht, besagt, dass die Mitgliedsländer der Europäischen Union bis zum 1. Juli den Ölimport aus dem Iran völlig einstellen müssen.

Laut einer Pressemitteilung der EU betrifft das Verbot den Import, den Kauf und den Transport von Erdöl und Erdölprodukten sowie jegliche damit verbundene Finanzierung und Versicherung. Die bereits bestehenden Verträge über iranische Öllieferungen dürfen bis zum 1. Juli 2012 abgewickelt werden.

Ferner ist verboten, in die iranischen petrolchemischen Unternehmen zu investieren und mit ihnen Gemeinschaftsunternehmen zu gründen.

Die EU-Außenminister haben ferner die Aktiva der Zentralbank des Iran in der EU gesperrt und den Handel mit Iran mit Gold, anderen Edelmetallen und Diamanten verboten.

Der Hauptanteil des europäischen Imports von iranischem Erdöl (68 Prozent) entfällt auf Griechenland, Italien und Spanien. Nach Angaben der „Financial Times“ haben die EU-Länder im Jahr 2011 durchschnittlich 600 000 Barrel iranisches Öl pro Tag gekauft.

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