Kultur
Wiener Ball kein Kulturerbe Österreichs mehr
MOSKAU, 20. Januar (RIA Novosti).
Die österreichische UNESCO-Kommission hat den Wiener Ball von der Liste des immateriellen Kulturerbes gestrichen.
Grund dafür ist nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP die Teilnahme neonazistischer Organisationen an solchen Bällen. Man habe als einen ersten Schritt beschlossen, das gesamte Element von der Liste zu nehmen, um eine Pause zu gewinnen, sagte Eva Nowotny, Präsidentin der österreichischen UNESCO-Kommission, wie der Österreichische Rundfunk (ORF) berichtete. Der Fachbeirat solle jetzt die aus 17 Wiener Bällen bestehende Liste bereinigen.
Eine Eintragung in das Verzeichnis müsse grundsätzlich auch mit den Grundwerten und Grundprinzipien der UNESCO im Einklang stehen, „wobei Toleranz und Respekt vor anderen Kulturen und Wertschätzung kultureller Diversität besondere Priorität haben“, betonte Nowotny.
Unzufriedenheit hatte ein Ball des Wiener Korporationsringes (WKR) ausgelöst, der als eines der größten rechtsextremen Vernetzungstreffen in Europa gilt. Ob sich der Wiener Ball ohne den umstrittenen WKR-Ball neuerlich als immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO bewerben wird, ist noch offen. Das werde man sehen, im Moment gebe es noch viele Gespräche, sagte Susanne Schöner, Vorsitzende des Kontakt-Komitees der Wiener Nobel- und Traditionsbälle, so ORF.

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