Meinungen
Gute Chancen für Fußball-WM 2018 in Russland
Thema: Russland richtet WM 2018 aus

Alexej Smertin, ehemaliger Kapitän der russischen Nationalmannschaft, Abgeordneter in der Region Altai und Sportdirektor der russischen Bewerbungskomitees 2018
© RIA Novosti. Alexey KudenkoRIA-Novosti-Interview mit Alexej Smertin
Mitte August nahm die FIFA-Kommission Russland als möglichen Gastgeber der Weltmeisterschaft 2018 unter die Lupe.
Die FIFA-Vertreter besuchten vier Städte und deren Stadien. Außerdem schauten sie sich die Präsentation der russischen Bewerbung sowie Sportanlagen an. Welchen Eindruck machte Russland auf die FIFA-Vertreter? Welche Chancen hat Russland, den Zuschlag für WM 2018 zu erhalten? Darüber spricht im Interview mit RIA Novosti Alexej Smertin, ehemaliger Kapitän der russischen Nationalmannschaft, Abgeordneter in der Region Altai und Sportdirektor der russischen Bewerbungskomitees 2018.
RIA Novosti: Wodurch besticht die russische Bewerbung?
Alexej Smertin: Die russische Bewerbung hat viele starke Seiten. Erstens erhält sie starke Unterstützung seitens des Staats. Das Programm, das den FIFA-Vertretern in Moskau präsentiert wurde, wird unabhängig davon verwirklicht, ob Russland den Zuschlag für die Fußball-WM 2018 bekommt. Dies ist sowohl für das ganze Land als auch für die Entwicklung des Sports von großer Bedeutung. Russland bekommt die Infrastruktur, mit der Massensport weiter entwickelt wird. Zudem werden mehr Kinder Fußball spielen. Dadurch werden sich die sportlichen Leistungen Russlands verbessern.
Die Vorteile der russischen Bewerbung bestehen zudem darin, dass Russland noch niemals eine Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen hat. Dies ist neues Terrain für die FIFA. Die jetzige FIFA-Spitze strebt die Erschließung neuer Länder und Kontinente an (WM in Südafrika). Von diesem Gesichtspunkt aus hat Russland gute Chancen.
RIA Novosti: Als Mitglied des Bewerbungskomitees haben Sie am Empfang der FIFA-Vertreter in Russland teilgenommen. Welchen Eindruck hat die FIFA-Kommission mitgenommen?
Alexej Smertin: Es ist schwer zu sagen, welche Meinung sich die FIFA-Kommission gebildet hat. Den Kommissionsmitgliedern ist es verboten, ihre Meinung zum Bewerberland zu äußern. Eins kann ich aber sagen: Wir haben unsere Aufgabe erfüllt. Im Laufe von zweieinhalb Tagen haben wir vier Städte besucht. Zuerst besuchte die Kommission St. Petersburg, wo die Präsentation von der Gouverneurin Valentina Matwijenko durchgeführt wurde.
Danach reisten wir nach Moskau, wo es ein Treffen mit dem russischen Regierungschef Wladimir Putin gab. Wie bereits allen bekannt ist, versprach Putin, dass alle Fußballfans nach Russland visafrei einreisen dürfen und alle Stadien fertig gebaut werden. Danach besuchten wir Kasan und Sotschi, wo die Endpräsentation stattgefunden hat.
RIA Novosti: Neben Infrastruktur und Stadien gibt es in Russland viele schöne Städte. Man kann sicher sagen, dass Russland eine Schatzkammer des Weltkulturerbes ist. Spielt das für die Kommission eine Rolle?
Alexej Smertin: Dieser Faktor wird selbstverständlich eine Rolle bei der Entscheidung der Kommission spielen. In jenen Tagen gab es ein sehr gutes kulturelles Programm. Die FIFA-Mitglieder waren von den russischen Kulturdenkmälern beeindruckt. Ausgangspunkt war St. Petersburg, das zu Recht zu den schönsten Städten in Russland zählt.
Die FIFA-Vertreter haben die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besichtigt. Wir besuchten den Palastplatz, wo sich die Fanzone mit riesigen Leinwänden befinden soll. Zudem besuchten die FIFA-Vertreter den Winterpalast, wo die Präsentation durchgeführt wurde, und den Jussupow-Palast. Die Kommissionsmitglieder waren von den schönen Baudenkmälern fasziniert.
RIA Novosti: Je näher der Tag X rückt, desto emotionaler reagieren diejenigen, die mit der WM direkt zu tun haben, darunter die Presse. Einige sprechen von einem Informationskrieg zwischen russischen und britischen Medien. Was können Sie dazu sagen?
Alexej Smertin: Ich habe dies nicht bemerkt, zumindest seitens Russlands. Russland hat nur gute Worte über die anderen Bewerberländer übrig, auch über Großbritannien. Wir würden sie nicht als Konkurrenten, sondern als Mitglieder der Bewerbungskampagne bezeichnen. Sie sind alle würdige Kandidaten für die WM 2018.
RIA Novosti: Uns wurde versprochen, dass alle Stadien fertig gebaut werden, unabhängig davon, ob Russland den Zuschlag für die Fußball-WM 2018 bekommt. Wird dies tatsächlich geschehen? Oder wird uns gesagt, dass es kein Geld für den Bau der Stadien gibt, falls Russland die WM 2018 nicht bekommt?
Alexej Smertin: Ich bin mir sicher, dass die russische Staatsführung ihr Versprechen erfüllt. Die Stadien werden selbstverständlich gebaut. Es handelt sich vor allem um den Aufbau der Sportinfrastruktur, die heutzutage für die Entwicklung des Sports in Russland notwendig ist. Einige Experten befürchten, dass die großen Stadien leer stehen werden. Doch ich bin anderer Meinung. Die Fans werden sicher in diese hochwertigen Stadien strömen, weil sie sich das Spiel in komfortablen Stadien ansehen wollen. Die Spiele werden auf hervorragendem Rasen durchgeführt. Nach meiner Ansicht muss die Qualität der Stadien die Besucherzahl beeinflussen.
Das Gespräch führte Samir Schachbas.

in den Blog einfügen
Sie können den Link in Ihren Blog kopieren.
Video-Code:
Vorschau:

Neuer Weltraumbahnhof: Russland plant ersten Raketenstart ab 2018 – „Wsgljad"

Twitter






