
Deutschland ruft Serbien auf, die Unabhängigkeit von dessen südlicher Provinz Kosovo als vollzogene Realität in Kauf zu nehmen.
Die Unabhängigkeit des Kosovo sei Realität und die Landkarte von Südosteuropa sei abgeschlossen, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle während eines Besuchs in Belgrad. „Wer Europa will, der muss den Ausgleich wollen", zitierte ihn die Agentur Reuters. Die EU, das Kosovo und Serbien würden eines Tages an einem Tisch sitzen, wie utopisch das jetzt auch klingen möge.
Das Kosovo, das seit dem Nato-Angriff auf Jugoslawien im Jahre 1999 unter UN-Verwaltung stand, hatte im Februar 2008 mit Rückendeckung der USA und führender EU-Staaten seine Unabhängigkeit erklärt. Serbien verkündete, den Verlust von 15 Prozent seines Gebietes niemals zu akzeptieren.
Am gestrigen Mittwoch kündigte der kosovarische Premier Hashim Thaci an, seine Regierung gebe fünf Millionen Euro für eine Integration der nördlichen mehrheitlich von Serben bewohnten Regionen des Kosovo aus, die die albanische Regierung in Pristina ablehnen.