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Israels Regierungspartei macht Künstler zu Sklaven der Ideologie - Zeitung

12:37 30/08/2010

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Weigerung von Künstlern, im neuen Kulturzentrum der Siedlerstadt Ariel im Westjordanland aufzutreten, scharf kritisiert und drohte, die staatliche Unterstützung, darunter auch die finanzielle, zu streichen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Weigerung von Künstlern, im neuen Kulturzentrum der Siedlerstadt Ariel im Westjordanland aufzutreten, scharf kritisiert und drohte, die staatliche Unterstützung, darunter auch die finanzielle, zu streichen.
Das war eine Reaktion auf ein offenes Schreiben etwa 50 israelischer Regisseure, Schauspieler und Autoren.

„Das Letzte, was wir nun brauchen… ist ein Boykott von innen“, sagte Netanjahu. Er wolle keinem Menschen das Recht auf eigene politische Meinung aberkennen, der Staat aber dürfe kaum die gegen Bürger Israels gerichteten Aktionen finanzieren. Die Theater haben sich bereits von dem Brief der Künstler distanziert.

Die älteste israelische Zeitung „Haaretz“ vergleicht in ihrem Artikel zum Konflikt zwischen den Künstlern und der Regierung den Premier Netanjahu mit Andrej Schdanow, „Stalins Kommissar für Kulturfragen“:„Mit Drohungen, ihnen das Leben zu vergällen, versucht er die Künstler zu bewegen, die Politik der Regierung zu unterstützen, die Ariel einverleiben will. Statt die Gewissensfreiheit und das Recht Israelis auf Protest zu akzeptieren, geht Netanjahu mit ihnen um wie mit Sklaven, die für die Bedienung der Ideologie der Regierungspartei mobil gemacht werden“, hieß es.

In Ariel leben etwa 20 000 Israelis. Dort gibt es eine eigene Universität und bald soll ein Theater eröffnet werden. Das ist eine der Siedlungen, die Israel sich im Rahmen einer künftigen Friedensregelung mit Palästina einverleiben will. Palästinenser und viele internationale Politiker äußern aber die Meinung, dass Israel für einen Verhandlungserfolg die Siedlungsaktivitäten stoppen muss.

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