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Die Geschichte der Beziehungen zwischen Russland und Georgien

14:37 02/09/2010

Die Beziehungen zwischen Georgien und der Kiewer Rus in Kultur, Politik und Wirtschaft haben sich seit dem 12. Jahrhundert allmählich entwickelt.

Die Beziehungen zwischen Georgien und der Kiewer Rus in Kultur, Politik und Wirtschaft haben sich seit dem 12. Jahrhundert allmählich entwickelt. Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert knüpften die beiden orthodoxen Länder – Georgien und Russland - regelmäßige Kontakte. Georgische Herrscher ersuchten die russische Führung um militärische Hilfe und ein gemeinsames Vorgehen gegen die Türkei und den Iran. Ende des 17. Jahrhunderts wurde in Moskau wegen der enger werdenden diplomatischen und kulturellen Verbindungen eine georgische Kolonie gegründet, die eine wichtige Rolle bei der gegenseitigen Annäherung spielte.

Ende des 18. Jahrhunderts befand sich der östliche Teil Georgiens unter der Kontrolle Persiens. Während des russisch-türkischen Kriegs von 1768 bis 1774 gingen die Königreiche von Kartli-Kacheti (Ostgeorgien) und Imereti an der Seite Russlands gegen die Türkei vor. Russlands Sieg über die Türkei im Jahr 1774 erleichterte die Situation der von den Türken kontrollierten georgischen Gebiete. Unter anderem wurden die Abgaben aufgehoben, die Imereti an den türkischen Sultan zahlen musste.

Am 21. Dezember 1782 rief König Irakli II. von Kartli-Kacheti die russische Zarin Katharina II. auf, Georgien unter ihren Schutz zu nehmen. Katharina II. stimmte zu, um Russlands Positionen in Transkaukasien zu stärken. Der entsprechende Vertrag wurde am 24. Juli (am 4. August nach gregorianischem Kalender) 1783 in der nordkaukasischen Burg Georgijewsk geschlossen. Laut diesem Dokument akzeptierte der georgische König „die Oberhoheit und Protektion“ Russlands, das seinerseits die territoriale Einheit des Königreichs von Irakli II. und seinen Nachfolgern garantierte. Kartli-Kacheti verpflichtete sich, seine Außenpolitik mit Russland abzustimmen, wobei aber die Autonomie des georgischen Staates verankert wurde, wenn es um seine inneren Angelegenheiten ging. Laut Artikel 7 war Georgien verpflichtet, Russland gegenseitige militärische Hilfe zu leisten, falls diese erforderlich sein sollte.

Zur Förderung seiner Sicherheit verpflichtete sich Russland im Gegenzug, in Georgien zwei Infanteriebataillone zu stationieren und Georgien im Kriegsfall zusätzlich zu unterstützen.

Die Türkei verlangte allerdings von Russland, den Vertrag von Georgijewsk zu annullieren, so dass die russischen Kräfte aus Georgien 1787 abgezogen wurden.

Im selben Jahr erklärte die Türkei, die von Großbritannien, Frankreich und Preußen unterstützt wurde, Russland den Krieg. Der russisch-türkische Krieg von 1787 bis 1792 endete jedoch mit einem klaren Sieg Russlands. Bei der Friedensschließung von Jassy, die das Kriegsende bedeutete, wurde der Vertrag von Georgijewsk wiederbelebt.

Iraklis Nachfolger, König Georgi XII., wollte die Macht in seinen Händen halten und wandte sich an den russischen Zaren Pawel I. mit der Bitte, sein Land an Russland anzuschließen, wobei er und seine Nachfolger allerdings den georgischen Thron behalten dürften. Kurz nach dem Tod von Georgi XII., am 18. (30.) Januar 1801, unterschrieb Pawel I. das Manifest über den Anschluss Georgiens an Russland. In diesem Dokument wurden Kartli und Kacheti erstmals als Königreich von Georgien erwähnt.

Der Anschluss der anderen Gebiete an Russland, die jetzt Bestandteile des souveränen Georgiens sind, erfolgte später und war hauptsächlich das Ergebnis der Kriege Russlands gegen die Türkei und Persien. Nach den russisch-iranischen (1804-1813, 1826-1828) und den russisch-türkischen (1806-1812, 1828-1829) Kriegen, an denen sich die Georgier aktiv beteiligten, wurde der größte Teil der Georgien einst entnommenen Gebiete befreit. Auf diese Weise wurden 1810 Imeretien, 1828 Gurien, 1854 Swanetien und 1857 Mingrelien Bestandteile Russlands.

Georgiens Teilnahme am wirtschaftlichen Leben Russlands, das sich für die kapitalistische Entwicklung entschieden hat, forcierte den sozialwirtschaftlichen Fortschritt. Der politischen und wirtschaftlichen Aufspaltung Georgiens wurde ein Ende gesetzt. Die kulturellen Verbindungen zwischen den Georgiern und den Russen bzw. anderen in Russland ansässigen Völkern wurden enger. Aber die Kolonialpolitik der russischen Führung rief Massenproteste der georgischen Bauern hervor, allen voran in Gurien (1841) und Mingrelien (1857).

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Zeit der intensiven Wirtschaftsentwicklung Georgiens, die allerdings von Massenprotesten gegen die nationale und soziale Unterdrückung begleitet wurde.

Während der bürgerlich-demokratischen Februarrevolution von 1917 wurde am 9. (22.) März in Tiflis ein Gremium der Provisorischen Regierung, das Transkaukasische Sonderkommissariat, und am 15. (28.) November 1917 das Transkaukasische Kommissariat als Gremium der Regierung der Menschewiken in Transkaukasien (bestand bis März 1918) gebildet. Gleichzeitig wurde die georgische Nationalgarde ins Leben gerufen.

Am 26. Mai 1918 erklärten die Menschewiken Georgien zur unabhängigen Republik. Im Mai bzw. Anfang Juni 1918 wurden auf Antrag der menschewistischen Regierung deutsche und später türkische Truppen nach Georgien geschickt, die im Dezember 1918 durch britische Kräfte abgelöst wurden, die dort bis Juli 1920 blieben.

1921 organisierten die Bolschewiken einen bewaffneten Aufstand und stürzten mit Hilfe der Roten Armee die menschewistische Regierung. Im Anschluss wurde in Georgien die Sowjetmacht errichtet.

Am 25. Februar 1921 wurde die Georgische Sozialistische Sowjetrepublik gegründet, die seit dem 12. März 1922 der Transkaukasischen Föderation und seit dem 5. Dezember 1936 der Sowjetunion als selbstständige Republik angehörte.

In den Sowjetjahren wurden in Georgien die Industrialisierung und die Kollektivierung der Landwirtschaft vollzogen. Es entstanden komplett neue Industriezweige.

Bei einem Volksentscheid am 31. März 1991 wurde beschlossen, dass Georgien ein unabhängiger Staat ist. Am 9. April 1991 verabschiedete der Oberste Rat der Republik Georgien die „Akte über die Wiederherstellung der staatlichen Souveränität Georgiens“.

Russland und Georgien pflegen seit dem 1. Juli 1992 diplomatische Beziehungen.

Beide Länder sind durch mehr als 90 Staats- und Regierungsabkommen verbunden. Die Gespräche über einen Rahmenvertrag zwischen Russland und Georgien über Freundschaft, gute Nachbarschaft und gegenseitige Sicherheit, die zwischen 2001 und 2005 geführt wurden, wurden eingestellt.

In den letzten Jahren wurde eine konstruktive Entwicklung der bilateralen Beziehungen wegen des feindlicher werdenden Tons aus Tiflis behindert, der mit dem Kurs auf eine gewaltsame Konfliktregelung in Abchasien und Südossetien eng verbunden war.

In der Nacht zum 8. August 2008 überfielen georgische Truppen Südossetien und zerstörten große Teile von dessen Hauptstadt Zchinwali. Russland, das die Südosseten, von denen viele einen russischen Pass haben, schützen wollte, schickte seine Truppen in die kaukasische Provinz. Fünf Tage später konnten die georgischen Militärs aus der Region verdrängt werden.

Am 26. August 2008 erkannte Russland die Souveränität Südossetiens und Abchasiens an.

Am 2. September 2008 entschied sich die Georgien für den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Russland.

In der Außenpolitik verfolgt Georgien derzeit einen europäischen Kurs. Tiflis strebt nach der Annäherung an die EU und dem schnellmöglichsten Beitritt zur Nato.

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