
Als unkorrekt hat das russische Außenministerium die jüngste Aussage des japanischen Spitzendiplomaten Katsuya Okada kritisiert, der die Südkurilen-Inseln, die nach dem Zweiten Weltkrieg der Sowjetunion zugefallen waren, als „illegitim okkupiert“ bezeichnet hat.
Für Moskau seien derartige Erklärungen „absolut unannehmbar“, weil die besagten Inseln zum Hoheitsgebiet der Russischen Föderation gehörten und dies die allgemein anerkannte Realität sei, sagte Außenamtssprecher Andrej Nestereko am Freitag in Moskau. „Derartige Rhetorik japanischer Offizieller trägt nicht zur Entwicklung der bilateralen Zusammenarbeit bei und liegt außerhalb der politischen Korrektheit, die zwischen guten Nachbarn üblich ist."
Die Kurilen sind eine etwa 1200 Kilometer lange Ansammlung von über 30 großen und kleinen Inseln. Sie liegen zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der gesamte Inselbogen an die Sowjetunion, was völkerrechtlich festgehalten wurde.
Japan hält die südlichen Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und die unbewohnte Inselgruppe Habomai für unrechtmäßig besetzt und fordert deren Rückgabe. Dabei beruft sich Tokio auf den bilateralen Handels- und Grenzvertrag von 1855, wonach diese Inseln als japanisch anerkannt worden waren.
Der Streit behindert bis heute den Abschluss eines offiziellen Friedensvertrags zwischen Moskau und Tokio. Stattdessen unterzeichneten beide Staaten 1956 eine gemeinsame Deklaration, mit der der Kriegszustand beendet wurde.